Podcast„Wir wollen der größte Mobilitätsdienstleister auf dem Planeten werden“

Konstantin Sixt ist Vertriebsvorstand der Sixt SE
Konstantin Sixt ist Vertriebsvorstand der Sixt SEBild: SIXT SE


Wie lassen sich Herkunft und Zukunft vereinen? Vor welchen Herausforderungen stehen Familienunternehmen? Und welche Erfahrungen sammeln sie bei der Digitalisierung? Diese Fragen klärt „Alles neu…? Aus dem Maschinenraum”, der Interview-Podcast für den Mittelstand.


Mitten in der Corona-Krise kommt dem Team des Autovermieters Sixt SE die Idee für ein neues Geschäftsmodell: Das Auto-Abo „Sixt+“. Das Versprechen: alles im Preis inbegriffen, monatlich kündbar – für alle, die sich in unsicheren Zeiten nicht festlegen wollen. „Lange Bindung ist etwas, das Menschen im letzten Jahr unglaublich schwer gefallen ist“, sagt Vertriebsvorstand Konstantin Sixt. „Mit Sixt+ haben wir eine Lösung für diesen Zeitgeist gefunden.“

An Auto-Abos versuchen sich derzeit allerdings viele – sowohl die großen Hersteller als auch einige Start-ups haben derartige All-Inclusive-Angebote aufgesetzt. Sixt glaubt allerdings, dass der Autovermieter die bessere Ausgangsposition hat – weil die nötige Fahrzeugflotte ohnehin schon da ist.

Für Konstantin Sixt ist das in drei Monaten entwickelte Projekt in gewisser Weise typisch für das Pullacher Unternehmen. „Das war eine Teamleistung, die auch aus dem Zusammenhalt in dieser schweren Krise entstanden ist“, sagt er. Die bisherige Nachfrage von weit über 10.000 Abonnenten gibt dem Unternehmen Recht. Das gilt auch für die Firmen-Strategie sich bei Innovationen auf die gesamte Belegschaft zu verlassen. Auf eine eigene Innovationsabteilung oder ein eigenes Team verzichtet Sixt bewusst. „Wenn jemand für Innovationen zuständig ist, heißt das, dass alle anderen nicht für Innovation zuständig sind“, erklärt Sixt.

„Wir sind kein Autohersteller, wir sind ein Autohinsteller“

Gleichzeitig ist es dem Traditionsunternehmen wichtig, sich auf die eigenen Kernkompetenzen zu konzentrieren: Mobilitätsdienstleistungen anzubieten. „Wir sind kein Autohersteller, wir sind ein Autohinsteller – wie mein Bruder einmal gesagt hat”, sagt Sixt. Für ihn heißt das, ein „knallhartes Hardware-Geschäft mit tausenden von Autos, die es zu managen, zu reparieren und zu reinigen gilt“.

Ein wichtiger Motor für neue Geschäftsmodelle und Projekte seien dabei die eigenen Kunden. „Es geht ja nicht darum, einfach Dinge neu zu machen, sondern es geht darum, Kunden Lösungen anzubieten“, sagt Sixt. Alle Mitarbeiter sollen deshalb genau zuhören und „wirklich verstehen“, was gewünscht und gebraucht wird. Darüber hinaus komme es darauf an, die eigene Arbeit selbstkritisch zu hinterfragen. Das sei auch einer der Unternehmensgrundsätze, so Sixt: „Jeder Mitarbeiter wird, wenn man ihn nach Erfolg fragt, wie aus der Pistole geschossen antworten: der größte Feind vom Erfolg ist der Erfolg.“

Mit dem seiner Familie eigenen Hang zu großen Ankündigungen und Zielen ist der Anspruch an die Zukunft des Unternehmens für Konstantin Sixt klar: „Die Geschichte, die wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern schreiben wollen, ist, der größte und erfolgreichste Mobilitätsdienstleister auf dem Planeten zu werden.“

Was ihm im Arbeitsalltag in der Corona-Krise fehlt und warum er Sixt eher als familiengeführtes und weniger als Familienunternehmen sieht, erzählt Konstantin Sixt im Gespräch mit Tobias Rappers, Managing Director von Maschinenraum, und Nils Kreimeier, leitender Redakteur beim Wirtschaftsmagazin Capital. Alle Folgen von „Alles Neu…? Aus dem Maschinenraum“ finden Sie bei Audio Now, Apple Podcasts, Deezer, Soundcloud und Spotify.