GastbeitragSchwedens Corona-Weg – ein Leadership-Modell der Zukunft?

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Die Vorbereitungen begannen vor Jahrzehnten

Die schwedische Unerschrockenheit und Offenheit gegenüber allem Neuen hat dazu geführt, dass Digitalisierung niemals verteufelt wurde. So ist sie seit den 1990er Jahren tief in die Gesellschaft eingedrungen. Homeoffice und das damit verbundene Vertrauen in seine Mitarbeiter, wie auch die notwendige Hard- und Software, sowie die zugehörigen Kompetenzen, wurden jahrelang erprobt. Und jetzt einfach eingesetzt.

Die meisten öffentlichen, aber auch wirtschaftlichen Prozesse sind hoch digitalisiert und vernetzt: Beim Arbeitsamt melden, elektronische Briefkästen leeren, Steuererklärungen einreichen, Adressänderungen übermitteln, Sozialversicherung beantragen, den Arzt über eine App konsultieren, Verträge unterzeichnen oder telefonische Beratung. Überall kann man sich digital identifizieren. So kommen alle weiter, ohne das Haus zu verlassen. Auch schon vor Corona.

Die Schweden bleiben zuversichtlich und positiv gestimmt

Ich hoffe, Sie verstehen nun besser die Wurzeln des schwedischen Weges, den ich mir in Zukunft für alle wünschen würde. Dass Vertrauen und Zutrauen schon in den Kinderseelen tief verankert werden würde, anstatt Kontrolle und Leistungsdruck. Dass Kinder durch positive Führung lernen, sich als vollständige und eigenständige und somit mündige Mitbürger zu entwickeln.

Drei starke Glückstreiber werden in Schweden bedient: gute Beziehungen, durch freiwillige Rücksichtnahme. Die Freiheit auf Basis von Transparenz und Empfehlungen frei entscheiden zu dürfen. Und nicht zuletzt das enorm hohe Vertrauensniveau, welches in der Gesellschaft herrscht. Mit diesen drei Glückstreiber kommt man auch glücklich durch eine Krise und ist somit um 20 Prozent produktiver, kreativer und kooperativer. Und genau das benötigen wir jetzt, um Visionen für eine mögliche Zukunft zu gestalten. Wie auch immer sie aussehen mag. Welcher Weg auch immer der „richtige“ sein möge. Lasst und nicht über einander urteilen, sondern gemeinsam demütig lernen.

Ich wünsche uns allen Mut und Visionen!

 


Maike van den Boom verhilft Unternehmen zum Glück. Sie inspiriert als Keynote-Speaker, überzeugt als Skandinavien-Kennerin und begleitet Unternehmen langfristig in eine glückliche, boomende Zukunft. Ihr letztes Buch erschien 2018 bei Fischer-Krüger: „Acht Stunden mehr Glück – warum die Skandinavier glücklicher arbeiten und was wir von ihnen lernen können“. In ihrem Blog schreibt die Bestsellerautorin rund um die Themen Glück in Gesellschaft und  Unternehmen. Maike van den Boom ist Mitorganisatorin des European Bildung Networks und wohnt in Stockholm