SchmähpreisDas sind die dreistesten Plagiate 2018

Produkt- und Markenpiraterie ist kein Kavaliersdelikt abgetan. Nach Angaben der Aktion Plagiarius haben die EU-Zollbehörden „mehr als 41 Millionen rechtsverletzende Produkte im Wert von 670 Millionen Euro an den EU-Außengrenzen beschlagnahmt“. Und das sei nur die Spitze des Eisbergs. Die meisten Plagiate kämen zwar aus China, häufig würden die Auftraggeber aber in den Industrieländern sitzen.

Nachgemachte Waren seien mittlerweile in allen Preis- und Qualitätsabstufungen erhältlich, schreibt die Aktion Plagiarius. Die Bandbreite reiche von gefährlichen Billigfälschungen bis hin zu qualitativ hochwertigen Plagiaten, die dann aber kaum günstiger als das Originalprodukt seien. Parfums und Kosmetika, Unterhaltungselektronik, gepanschte Lebensmittel, Schneid- und Haushaltwaren, Sanitärprodukte, Kinderspielzeug und Werkzeuge – es wird kopiert und nachgeahmt was das Zeug hält. Auch Medikamente und medizinische Gerätschaften gebe es mittlerweile als Plagiate.

Plagiate werden auch bei großen Online-Händlern vertrieben

Mittlerweile habe die organisierte Kriminalität den Handel mit Markenfälschungen als lukratives Geschäftsfeld für sich entdeckt. Und auch der Internethandel spiele eine Rolle im Plagiate-Business, weil bei den großen Plattformen auch Produktnachahmungen angeboten würden: „Meist von Drittanbietern, die nach Bedarf ihre (Schein-)Identitäten wechseln und sich erfolgreich in der Anonymität des Internets verstecken“. Freiwillige Verpflichtungen der Plattformbetreiber zur stärkeren Bekämpfung des Problems würden nicht ausreichen: „Eine gesetzliche Verpflichtung zu mehr Verantwortung und Engagement seitens der Marktplatzbetreiber wäre wünschenswert und sinnvoll.“

Das sind die zehn Preisträger des diesjährigen Plagiarius. Links ist jeweils das Original abgebildet, rechts die Fälschung: