InvestorenlegendePeter Thiels deutsche Fintech-Strategie

Peter Thiel 2019 in einer Sendung des TV-Senders Fox NewsGetty Images

EyeEm-Gründer Florian Meißner platzte fast vor Stolz, als er im April 2015 die Serie-B-Finanzierung seiner Foto-Community verkündete. 18 Mio. Dollar kämen „von einer Gruppe herausragender Partner“, angeführt von Valar Ventures, dem New Yorker VC des milliardenschweren Deutsch-Amerikaners Peter Thiel. Er sei „begeistert, sie an Bord zu haben“. Die neuen Investoren würden „nicht nur an EyeEms Vision für die Zukunft der Fotografie glauben, sondern auch an unser Team, an unsere kreative Community und unsere herausragende Technologie“.

Dass Valar seine Anteile 2017 schon wieder verkaufte und sich aus dem Unternehmen zurückzog, kommunizierte EyeEm hingegen nie öffentlich. Nach Informationen von Finance Forward halten nun der Münchner Investor Cipio Partners sowie Accel-Industries-Partner Jörg Mohaupt die Anteile.

Vermutlich war der Valar-Rückzug gar nicht so sehr eine Entscheidung gegen EyeEm – sondern für eine neue Strategie, die der streitbare Milliardär Thiel seit einiger Zeit in Europa verfolgt. Noch vor wenigen Jahren war das Portfolio an Start-ups aus seiner deutschen Heimat eine wilde Mischung aus Firmen verschiedener Kategorien. Inzwischen fokussiert er sich bei seinen Investments fast ausschließlich auf Fintech und Insurtech. Für Thiel ist es eine Art Rückkehr zu den Anfängen: Schließlich begann er seine Karriere 1999 mit der Gründung eines der wichtigsten Fintechs der Dotcom-Zeit, dem Online-Bezahldienst Paypal.

Welche Firmen inzwischen zum Deutschland-Portfolio von Peter Thiel gehören, das lesen Sie heute auf Finance Forward, dem neuen Finanzportal von Capital und OMR. Für den täglichen Newsletter können Sie sich hier anmelden.