Capital-PodcastOutletcity Metzingen: „Es wird Megapreise geben“

Die Outletcity Metzingen hat seit Ende April nach wochenlangem Shutdown wieder geöffnetThomas Niedermueller


Der Corona-Schock hat Deutschland und die ganze Welt in eine tiefe Krise gestürzt. Aber was macht diese Krise so besonders? Wie verändert sie unser Leben? Und welche Auswege gibt es? Der Capital-Podcast „Die Stunde Null – Deutschlands Weg aus der Krise“ stellt diese Fragen den Menschen, die durch die Krise steuern: Unternehmern, Wissenschaftlern, Managern, Philosophen und Ökonomen.


Wochenlang sah Metzingen, eine 23.000-Einwohner-Stadt südlich von Stuttgart, aus wie eine Geisterstadt– mehr noch als anderswo. Das Besondere an Metzingen: Es umfasst 100 Modeläden mit mehr als 300 Marken, die seit jeher mit Schnäppchen locken und nennt sich Outletcity. Seit Ende April hat sie mit einem zentralen Hygienekonzept wieder geöffnet, die Kunden kehren zurück – wenngleich auch noch weniger zahlreich.

„Wenn ich durch die Outletcity laufe, machen die Besucher trotzdem einen zufriedenen Eindruck. Es läuft sehr gesittet ab und diszipliniert, es wird Abstand gehalten“, sagt Wolfgang Bauer, Chef der Outletcity im Podcast „Die Stunde Null“. „Wir sind mit der Öffnungsphase zufrieden. Die, die zum Einkaufen kommen, geben auch deutlich mehr aus.“

Bauer erwartet in den kommenden Monaten zusätzliche Rabatte, weil die Frühjahresmode aus den Lagern und Geschäften muss. Er spricht von „Megapreisen“. In der Modebranche habe sich „weltweit eine große Warenmenge angestaut“, in den Geschäften, Lagern und bei den Händlern. „Die muss so schnell wie möglich unters Volk gebracht werden.“ Er hoffe, dass Outlets wie Metzingen dabei eine Schlüsselrolle spielen werden. „Es gibt ein deutliches Nachholbedürfnis in Sachen Shopping.“

„Die Expansion geht weiter“

Gleichwohl war auch für Metzingen der Shutdown ein schwerer Schlag. Im vergangenen Jahr kamen 4,2 Millionen Besucher in die Stadt. Das sind, wie die „Süddeutsche Zeitung“ einmal vorrechnete, dreimal so viel, wie das Schloss Neuschwanstein anlockt. 40 Prozent der Besucher kommen aus Ländern, die nicht in der EU liegen – aus China, Südkorea, Russland und den Golfstaaten, und die fehlen derzeit natürlich.

Metzingen hat einmal klein angefangen, mit einem normalen Fabrikverkauf des Modelabels Boss. Wolfgang Bauer ist der Kopf hinter dem Ausbau. Er ist Vorstandsvorsitzender der Holy AG, die das Gelände seit Jahren betreibt und entwickelt. In den Geschäften der Outletcity arbeiten rund 1.800 Menschen. Im Schnitt, das hat eine Studie 2013 ermittelt, gibt jeder Besucher pro Tag und Kopf rund 200 Euro aus. Das wären pro Jahr 850 Millionen Euro Umsatz.

Bauer hatte auch für dieses Jahr große Pläne, wollte die Besucherzahlen in Richtung fünf Millionen treiben. Dazu lässt er unter anderem eine Seifenfabrik umbauen, die Mitte des Jahres in Betrieb gehen soll. Erst Ende 2019 hatte eine riesige neue Flagshipstore von Boss eröffnet. Bis 2022 wollte auch die Hotelkette Marriott zwei Hotels eröffnen. „Die Expansion geht weiter“, bekräftigt er nun im Podcast. Die Bauprojekte liefen voll weiter. „Wir sind überzeugt, dass dieses Konzept auch nach der Krise Bestand hat.“ Das komplette Interview hören Sie in der neuen Folge von „Die Stunde Null – Deutschlands Weg aus der Krise“.


Im neuen Podcast „Die Stunde Null – Deutschlands Weg aus der Krise“ spricht Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar mit Menschen, die die Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen hautnah erleben. Alle Folgen finden Sie bei Audio Now, Apple Podcasts, Deezer, Soundcloud und Spotify. Für alle anderen Podcast-Apps können Sie den RSS-Feed verwenden. Nehmen Sie die Feed-URL und fügen Sie „Die Stunde Null“ einfach zu Ihren Podcast-Abos hinzu.