Interview„Niemand weiß, wie die Arbeitswelt in 20 Jahren aussieht“

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Stichwort Mensch und Digitalisierung: Wie stehen Sie zur Künstlichen Intelligenz? Meinen Sie die KI wird dazu beitragen, uns das Leben in Zukunft zu erleichtern?

Es ist grundsätzlich das Ziel der Technik, so auch der KI, uns das Leben zu erleichtern. In vielen Bereichen ist das bereits sehr gut gelungen, aber wir haben dennoch nicht unbedingt mehr Zeit als früher, sondern vielleicht eher weniger.

Könnte die KI für eine Verringerung der Arbeitszeit sorgen?

Eine interessante Frage. Niemand weiß, wie die Arbeitswelt in 20 Jahren aussieht, auch die, sich übrigens stark widersprechenden, Zukunftsforscher nicht. Ich würde jedoch die Vermutung wagen, dass der Arbeitsmarkt starken, vielleicht dramatischen Veränderungen ausgesetzt sein wird.

Von was für Veränderungen sprechen wir hier?

Neben der Möglichkeit hoher Arbeitslosigkeit, kann es sein, dass auch Arbeitszeitreduktion möglich ist. Es kommt darauf an, wie der Umgang mit KI gestaltet wird. Es wird ja bereits über Digitalsteuer, Maschinensteuer und Robotersteuer diskutiert. Man muss sich Modelle überlegen, um nicht unvorbereitet in diese Entwicklungen reinzulaufen.

Eine große Frage zum Schluss. Von der technologischen Entwicklung aus betrachtet, wohin steuert die Menschheit?

Die Menschheit ist groß, auch Hunger ist ja nach wie vor ein ernsthaftes Problem in großen Teilen der Welt. Ich denke, es ist wichtig, das nicht zu vergessen. Insgesamt betrachtet entwickelt Digitalisierung sich zu einer globalen Technologie. Es kommt darauf an, sie zu gestalten und in die Hand zu nehmen.