GründenMit Ökofolie gegen Plastikmüll

Die Gründer: Hannes Füting, Katja und Sven Seevers (v. l.)
Die Gründer: Hannes Füting, Katja und Sven Seevers (v. l.).KfW Bankengruppe, Thorsten Futh

Irgendwann reichte es Sven Seevers. „Ich musste bei meinem damaligen Arbeitgeber eine Verpackung entwickeln, die war die reinste Verschwendung. Am Ende blieb pro Packung ein halbes Kilo Sondermüll übrig, dessen Materialien nie mehr zu trennen waren“, so Seevers. „Da habe ich mir geschworen, das machst du nie wieder!“

Als Konsequenz aus dieser Erfahrung gründete Sven Seevers Anfang 2017 gemeinsam mit seiner Ehefrau Katja und dem Berliner Hannes Füting in Wentorf bei Hamburg die Firma Superseven. Unter dem Markennamen Repaq entwickeln die drei Industriedesigner seitdem kompostierbare Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen.

Tatsächlich unterscheidet sich die durchsichtige Folie, die Sven Seevers in der Hand hält, auf den ersten Blick kein bisschen von üblichen Verpackungen aus dem Supermarkt. Sie fühlt sich auch genauso an wie jede andere transparente Schutzfolie. Und doch gibt es einen fundamentalen Unterschied. Seevers’ Folie enthält kein Erdöl und keinerlei künstliches Material. Sie besteht nicht aus Plastik, sondern wurde aus natürlichen, nachwachsenden Grundstoffen hergestellt, zum größten Teil aus Zellulose, also Holz. Nach ihrer Nutzung wird die Ökofolie spurlos verrotten, je nach Materialmix sogar innerhalb weniger Wochen im ganz normalen Gartenkompost.

Eine Neugründung gegen den Plastikmüll

Angefeuert von den Diskussionen um die Meeresverschmutzung, Mikroplastik im Wasser und von der bevorstehenden neuen EU-Richtlinie zu Plastikmüll, hat Superseven mächtig Fahrt aufgenommen. Anderthalb Jahre und einen Gründerkredit  später, ist bei dem Start-up alles im Plan. „Die Meilensteine aus unserem Businessplan haben wir alle erreicht“, so die Gründer. Wichtig war vor allem das mittlerweile erteilte Patent auf eine neue Methode, die Folienlagen besonders fest miteinander zu verbinden. Das schützt das Geschäftsmodell, zumindest ein wenig. Was Superseven sonst noch gegen mögliche Wettbewerber absichert, ist das komplexe Know-how, das bei der Entwicklung von Verpackungen notwendig ist – von den Materialeigenschaften über die Integration in Herstellungsprozesse bis hin zur Einhaltung der vielfältigen gesetzlichen Bestimmungen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Kunststoffprodukten ist Repaq schon aufgrund der Grundstoffe teurer. Am Ende der Verarbeitung liegt der Preis einer Repaq-Verpackung zwischen 30 und 300 Prozent über der Plastikkonkurrenz. „Für viele Produkte spielt das keine große Rolle, für einige Großhersteller natürlich schon, die rechnen mit jedem Cent“, hat Seevers gelernt. Da gibt der „KfW Award Gründen“ Rückenwind: Superseven wurde 2018 Landessieger in Schleswig-Holstein und erhielt auf der Veranstaltung in Berlin den vor Ort ermittelten Publikumspreis.

Auch Unternehmensnachfolger profitieren

Die KfW unterstützt nicht nur Neugründer, sondern auch die Beteiligung oder Übernahme im Rahmen einer Unternehmensnachfolge mit zinsgünstigen Krediten. Einen Überblick über die Angebote bekommen Sie auf der Tabelle unten. Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie bei Ihrer Hausbank oder hier.

So hilft die KfW bei der Nachfolgefinanzierung
So hilft die KfW bei der Nachfolgefinanzierung (Grafik: KfW Bankengruppe)

Neben Nachfolge-Finanzierungen unterstützt die KfW auch bei weiteren Vorhaben: So hat Jan-Christoph Egerer aus dem norddeutschen Rastede mit Fördermitteln ein ambitioniertes Energieeinsparkonzept umgesetzt. Wie ihm das gelungen ist, finden Sie hier.

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