EnergieeffizienzMit heißen Öfen Energie sparen

Jan-Christoph Egerer leitet die Bäckerei Müller & Egerer
Jan-Christoph Egerer leitet die Bäckerei Müller & Egerer.KfW Bankengruppe, Eggers & Heinemann

An die Backstube seiner Eltern kann sich Jan-Christoph Egerer (51) noch genau erinnern, „an die Gerüche, den Lärm, die Hitze“. Heute ist aus der kleinen Familienbäckerei mit ihren schwierigen Arbeitsbedingungen ein moderner Großbetrieb geworden. Doch obwohl die Backstube im norddeutschen Rastede (Ammerland) täglich 4.500 Brote und 75.000 Brötchen verlassen, herrschen überall Ruhe und angenehme Temperaturen – das Ergebnis einer umfangreichen Modernisierung des Produktionsprozesses, die Kosten spart und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

„Generell hat eine Backstube immer einen Wärmeüberschuss. Den gilt es möglichst intelligent und effizient zu nutzen“, erklärt Jan-Christoph Egerer, der das Familienunternehmen Müller & Egerer seit 1994 leitet. Gemeinsam mit einem auf Bäckereien spezialisierten Energieberater hat Egerer ein Modernisierungs- und Abwärmekonzept entwickelt und über seine Hausbank die umfangreichen Fördermöglichkeiten der KfW kennengelernt. Inzwischen ersetzen 15 mannshohe Thermoölbacköfen die alten, mit Einzelgasbrennern betriebenen Wagen- und Etagenbacköfen. Zusätzlich erhitzt die Abwärme der Backöfen die Industriespülmaschine auf 80 Grad Celsius. Und: Die Gärunterbrecher kühlen die Teiglinge erst herunter und erwärmen sie dann wieder in den Nachmittagsstunden – mit der Ofenabwärme aus großen Pufferspeichern.

Doppelter Spareffekt

„Wir verfolgen das Ziel, besonders nachhaltig zu produzieren“, erläutert Jan-Christoph Egerer. „Da ist Energieeinsparung natürlich ein Muss. Und betriebswirtschaftlich ist die Energieeffizienz der neuen Technologie für uns von größter Bedeutung. Seit wir unser Energiemanagement-System etabliert haben, arbeiten wir viel effizienter und sparsamer.“ Fast 650.000 kWh Primärenergie und damit 130 Tonnen CO2 spart der Betrieb jetzt pro Jahr ein.

Zusätzlich haben sich durch die Maßnahmen die Arbeitsbedingungen verbessert. „Alle Kessel stehen jetzt im separaten Technikraum, so haben wir nicht mehr diese Wärmeextreme über die Abwärme, die wirklich sehr belastend sein konnten. Und dann herrscht jetzt auch eine sehr angenehme Ruhe in der Backstube, das ist für das Team eine deutliche Verbesserung.“

Neue Thermoölbacköfen sparen fast 30 Prozent Erdgas
Neue Thermoölbacköfen sparen fast 30 Prozent Erdgas (Foto: KfW Bankengruppe, Eggers & Heinemann)

„Abwärmenutzung ist alternativlos“

Für Jan-Christoph Egerer gibt es keinen Zweifel: Andere Bäckereien sollten sich mit der effizienten Nutzung von Abwärme genauso auseinandersetzen wie er selbst. Zwar brauche nicht jeder so ein komplexes Steuerungssystem wie Müller & Egerer. „Zumindest aber die Bereiche, in denen man früher klassisch fossile Brennstoffe genutzt hat, also die Warmwasserbereitung und die Heizung, kann jede Bäckerei relativ simpel abdecken – einfach durch die Abwärme aus dem Ofen.“

Dank der Finanzierung unter Einbeziehung einer Förderung können sich solche Investitionen schon nach wenigen Jahren auszahlen und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken. Auch die Bäckerei Müller & Egerer hat ihre Maßnahmen zum Teil mit einem Förderkredit der KfW finanziert – und aufgrund der hohen Energieeinsparung einen Tilgungszuschuss aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) erhalten. Dieser kann bis zu 55 Prozent der Kreditsumme betragen und muss nicht zurückgezahlt werden.

Mehr Informationen zu Förderprogrammen der KfW erhalten Sie hier. Bei Fragen zur Antragstellung hilft das KfW-Infocenter unter Tel. 0800 539 9001 (Mo-Fr., 8.00-18.00 Uhr).

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