Capital-PodcastMax Viessmann: „Ein irrer Einsatz aller Beteiligten“

Seit 2017 leitet Max Viessmann (links) gemeinsam mit seinem Vater Martin Viessmann (rechts) das FamilienunternehmenViessmann Werke


Der Corona-Schock hat Deutschland und die ganze Welt in eine tiefe Krise gestürzt. Aber was macht diese Krise so besonders? Wie verändert sie unser Leben? Und welche Auswege gibt es? Der Capital-Podcast „Die Stunde Null – Deutschlands Weg aus der Krise“ stellt diese Fragen den Menschen, die durch die Krise steuern: Unternehmern, Wissenschaftlern, Managern, Philosophen und Ökonomen.


Es war eine Nachricht, die Ende April aufhorchen ließ: Der Heizungsbauer Viessmann steigt in die Produktion von Beatmungsgeräten ein, genutzt werden die Fertigungslinien für Gaswandheizgeräte. Dieser kurzfristige Einstieg in die Medizintechnik war allerdings weniger kompliziert und aufwändig als es sich anhört. „Das sind Routinen, die sind so tief verankert in der Viessmann-Familie, dass es für uns keine wirkliche Besonderheit gewesen ist“, sagt der Co-Chef Max Viessmann im Podcast „Die Stunde Null“.

Er ist 2017 im Alter von 29 Jahren an die Spitze des Allendorfer Heiz- und Kältetechnikunternehmens gerückt, nicht zuletzt auch, um die Digitalisierung voranzutreiben. Es sei eine Besonderheit gewesen, sich nun in die Medizintechnik zu wagen „und dort nicht arrogant zu wirken“, sagt er. Ansonsten aber treffe man auf ein „bestehendes Betriebssystem“ bei dem Familienunternehmen, das 12.300 Mitarbeiter in 74 Ländern beschäftigt.

„Am Ende des Tages ist auch das nur Kultur: Ich erkenne ein Problem. Ich finde einen Lösungsweg dafür“, sagt Viessmann. Nach nur drei Tagen sei der erste Prototyp fertig gewesen, nach drei Wochen das Gerät entwickelt. Das Ganze sei „total bemerkenswert und ein irrer Einsatz aller Beteiligten gewesen“, berichtet Viessmann in seinem ersten großen Interview seit dem Shutdown.

„Die Kultur ist unser größter Wettbewerbsvorteil“

Dank dieser Kultur habe Viessmann die Krise bisher sehr gut gemeistert. „Die Kultur ist der größte Wettbewerbsvorteil, auf dem man jetzt aufbauen kann“, sagt er. Die Krise sei auch eine Chance, das stecke in der DNA des Unternehmens. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Viessmann den Umsatz um 6,4 Prozent auf 2,65 Mrd. Euro gesteigert. Eine Prognose für dieses Jahr will Viessmann nicht abgeben, die Erholung der Gesamtwirtschaft aber werde ihre Zeit brauchen. „Ich glaube, die Prognosen, dass wir in 2022 wieder auf Vorkrisenniveau sind, sind makroökonomisch durchaus nachvollziehbar.“

Viessmann sagt zudem, dass vor allem Unternehmen mit einem langen Atem und klaren Werten profitieren werden: „Die müssen nicht lange erklären ,Warum tun wir das eigentlich?‘, es geht ihnen nicht nur um das Überleben“. Das komplette Interview hören Sie in der neuen Folge von „Die Stunde Null – Deutschlands Weg aus der Krise“.


Im neuen Podcast „Die Stunde Null – Deutschlands Weg aus der Krise“ spricht Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar mit Menschen, die die Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen hautnah erleben. Alle Folgen finden Sie bei Audio Now, Apple Podcasts, Deezer, Soundcloud und Spotify. Für alle anderen Podcast-Apps können Sie den RSS-Feed verwenden. Nehmen Sie die Feed-URL und fügen Sie „Die Stunde Null“ einfach zu Ihren Podcast-Abos hinzu.