GastbeitragKraftquelle Unternehmensseele

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Physikalische Grundprinzipien verlieren auch in einer digitalen Welt nicht an Geltung. Menschen werden weiterhin Gefühle haben. Daher werden die meisten Unternehmen einen eigenen, neuen Weg finden müssen, der möglicherweise wenig mit den „shining stars“ der neuen Wirtschaftswelt gemein hat. Es gilt zu verstehen: Welches Wissen, das sie bis heute wertvoll gemacht hat, ist morgen noch valide? Wie lassen sich bisherige Produkte und Dienstleistungen mit den neuen Möglichkeiten weiterentwickeln? Wie balancieren sie Chancen der neuen Technologien mit deren Risiken?

Ob Spargelbauern mit appgesteuerten Temperatur-Sensoren zur Ertragssteigerung oder der Produktionsbetrieb, der mittels Drohnen in einem Bruchteil der Zeit seine Inventur durchführen kann ‒ Geschäftsmodelle wandeln sich. Chancen gibt es viele. Doch um diese zu nutzen, reicht es nicht, Chief Digital Officers einzusetzen und allein auf ihr Know-how zu hoffen. Für das, was vor uns liegt, gibt es weder Blaupause noch Masterplan. Wir müssen vielmehr individuell neues Wissen entwickeln und lernen. Das gilt für alle im Unternehmen. Eine starke Unternehmensseele wird dabei helfen, mögliche Ängste zu mindern und das nötige Selbstbewusstsein freizusetzen.

Bereit für ein Start-up aus alter und neuer Welt?

Lassen Sie die „alten Hasen“, die Geschäft und Kunden kennen, gemeinsam mit den „jungen Wilden“ diskutieren, wie sie mit ihrem gemeinsamen Wissen künftig Wert für Kunden schaffen und Ihr Geschäftsmodell weiter entwickeln können. Geben Sie ihnen Freiraum für Arbeiten in Experten-Netzwerken und Budgets zum Experimentieren. Lassen Sie in diesen Teams eine gewisse Start-up-Mentalität wachsen: mit den neuen technischen Möglichkeiten ein Kundenproblem um Lichtjahre besser zu lösen als alles bisher Dagewesene. Warum sollen nicht die Erfahrenen und der Nachwuchs gemeinsam eine Delle ins Universum hauen? Diese Erfolge gilt es, zu skalieren und in die Breite des Unternehmens zu tragen. Wenn wir zulassen, dass sich in unseren Unternehmen Lager bilden für eine „alte, wertlose analoge Welt“ und eine „neue, sexy digitale Welt“, werden viele scheitern.

Die Digitalisierung führt zu Verunsicherung bei Mitarbeitern. Diese hemmt unsere Fähigkeit zur Kreativität und zum Lernen. Aber genau diese Fähigkeiten sind dominante Erfolgsfaktoren auf dem Weg in die digitale Welt. Wir Menschen sind soziale Wesen und schöpfen deshalb Kraft aus Gruppen. Nutzen Sie diesen Umstand für die Weiterentwicklung im Unternehmen: Nutzen Sie vorhandene Emotionen statt nur weitere Kennzahlen ins Feld zu führen. Fördern Sie die positive Wahrnehmung dessen, was alle gemeinsam für Ihre Kunden tun und sprechen Sie darüber. Gehen Sie so respektvoll miteinander um, dass Mitarbeiter und Führungskräfte auf ihr Team stolz sein können.

Das gelegentliche persönliche Kundengespräch oder das Anschauen eines emotionsgeladenen Image-Films, der den Nutzen für die Welt zeigt, liefern ergänzende Impulse für ein „gutes Gefühl“ der gemeinsamen Sache. Das ist Futter für die Seele, schenkt Kraft, Selbstbewusstsein und Identifikation. Und bereit den Boden für eine gelungene Transformation.