Capital-PodcastInvestor sein ist eine „Liebe auf Zeit“

Investor Florian Heinemann zu Gast im Podcast „Alles Neu“
Start-up-Investor Florian Heinemann zu Gast im Podcast „Alles Neu“ Project A


Helfen Roboter uns weiter? Kann ich ein Projekt gegen den Willen meines Chefs durchsetzen? Müssen wir wirklich alle denken wie Start-ups? All diese Fragen klärt „Alles Neu“, der Capital-Podcast für Innovation und Digitalisierung im Mittelstand.


Damit Start-ups wachsen können, brauchen sie das nötige Startkapital. Ob das gegründete Unternehmen später auch ein Erfolg wird, ist im Vorfeld schwer einschätzbar. Für Florian Heinemann, Gründer und Partner vom Berliner Wagniskapitalgeber Project A, zählen in der frühen Gründungsphase erstmal nur zwei Dinge: Die Idee und die Zusammensetzung des Teams. Erst später würden dann auch Zahlen und Fakten entscheidender.

Seit 2012 hilft Project A, junge Internetfirmen in der frühen Gründungsphase aufzubauen. Jedes Jahr führen Heinemann und sein Team daher um die tausend Erstgespräch mit potentiellen Kandidaten aus Europa. Das Geld kommt dabei von größeren Unternehmen wie Deichmann oder Otto, wohlhabenderen Familien, Mittelständlern und institutionellen Anlegern. Bei seinen Entscheidungen kann Heinemann dabei auf seine persönlichen Erfahrungen als Gründer zurückgreifen.

Damit die von Project A betreuten Start-ups die bestmöglichen Erfolgschancen haben, versorgt sie der Wagniskapitalgeber nicht nur mit Finanzspritzen, sondern hilft auch im operativen Geschäft wie bei IT und Human Ressources. „Denn wir verdienen nur Geld, wenn die Firmen verkauft werden“, erklärt Heinemann. Das sei nur erfolgreich, „wenn die Start-ups ihre eigenen Kompetenzen aufgebaut haben. Dabei wollen wir helfen.“

„Das muss sich nicht rechnen“

Trotz der operativen Unterstützung kann man als Investor aber nicht so tief in die Projekte eintauchen wie die Gründer selbst. „Es ist nur eine Liebe auf Zeit“, bilanziert der Start-up-Investor. Aus seiner eigenen Erfahrung habe er so verschiedene Start-ups aus einer gewissen Nähe begleitet. „Das ist das, was den Charme meines Jobs ausmacht“, so Heinemann

Bei der Auswahl geeigneter Start-ups sei aber nicht nur der finanzielle Erfolg entscheidend. „Da ist aber ganz wichtig. Das muss sich nicht rechnen“, räumt Heinemann ein. Oftmals würden Start-ups, die ein beachtliches Wachstum hingelegt haben, an falschen Maßstäben wie der Ausschüttung von Gewinnen gemessen. Das färbe manchmal auch auf Investoren aus dem Unternehmerbereich ab. „Mittelständler oder größere Unternehmen haben kein Problem damit über 20 Jahre eine Fabrik zu bauen, die sich nach Jahrzehnten rechnet. Aber ein Start-up muss sich nach drei Jahren rechnen, sonst ist es unseriös“, sagt Heinemann kritisch.

Welche Investition seine beste, welche seine schlechteste und welche seine merkwürdigste war, verrät Start-up-Investor Florian Heinemann in der neuen Podcast-Folge von „Alles Neu“.

Im neuen Podcast „Alles Neu“ treffen Capital-Redakteur Nils Kreimeier und Martin Unger vom Company Builder wattx/Viessmann alle zwei Wochen die besten Experten und Praktiker. Sie fragen nach, definieren, was Mittelstand eigentlich bedeutet und kratzen an den Mythen und Klischees der Digitalwirtschaft.

Hier können Sie direkt in die aktuelle Folge reinhören:


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