PodcastDie Zukunft des Geldes ist nicht nur digital

Digitales Zahlen per Smartphone - sieht so unsere Zukunft aus?imago images / Imaginechina-Tuchong


Künstliche Intelligenz, Blockchain oder Social Bots – Die Zukunft ist digital. Aber wie digital ist eigentlich Deutschland? Im Podcast „So techt Deutschland“ gewähren die besten Digitalexperten Einblicke in die Tech-Szene.


„No documents. No stress“, lautet der Slogan der Tymebank. Bei der Digitalbank in Südafrika braucht man zur Kontoeröffnung ausschließlich einen Personalausweis und eine Handynummer. Zahlung per Handy sind in Südafrika sicherer als Bargeldzahlungen, außerdem können immer mehr Menschen die Angebote digitaler Banken nutzen. Die Zahl der Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer nimmt in dem Land seit Jahren zu. Aktuell sind es schätzungsweise 23,3 Millionen – mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung.

Ralf Wintergerst (Foto PR)

Insbesondere in Corona-Zeiten sei das Verteilen von Hilfsgeldern in bar – beispielsweise in Südafrika – schwierig bis unmöglich. „Mit einer sicheren und stabilen digitalen Währungslösung kann man den Menschen das Geld direkt auf ihre Handys schicken“, sagt Ralf Wintergerst. Er ist CEO der Firma Giesecke+Devrient (G+D), die sich mit Bargeld auskennt, sie hat etwa 130 Milliarden Banknoten gedruckt. Neben Geldscheinen und Ausweisdokumenten liegt ein weiterer Schwerpunkt des Unternehmens auf IT-Sicherheitsprodukten. Wintergerst meint, dass die Verteilung von Geld via Smartphone eine Möglichkeit sei, die uns in Deutschland nie in den Sinn käme. Bargeldversorgung sei durch die Banken in Deutschland eben „wahnsinnig gut“ organisiert.

Bezahlmethoden parallel zueinander

Dennoch: Auf lange Sicht werde es wohl mehr in Richtung digitales Geld gehen. „Die Welt, in der wir heute leben, braucht einen guten Mix aus allem“, erzählt Wintergerst. Vor allem dem digitalen Euro soll die Zukunft gehören. Aus diesem Grund investiert Giesecke+Devrient in digitale Bezahlungsmethoden. G+D will Notenbanken eine Plattform zur Verfügung stellen, mit der sie eine digitale Währung in Umlauf bringen können. „Diese Technologie hat Blockchain-Elemente, basiert aber nicht vollständig darauf.“

Der Geschäftsführer meint, es sei trotzdem wichtig, „nicht nur auf Digitales zu vertrauen“. Denn es zeige sich immer wieder, wie vorsichtig man bei digitalen Geldgeschäften sein sollte. „Es ist ein riesengroßes IT-System, was da geschaffen wurde. Mit ganz vielen Schnittstellen. Es ist das Geld der Menschen, das da durchläuft“, sagt Wintergerst. Für eine komplette Abschaffung von Banknoten und Münzen plädiert er nicht.

Was G+D mit dem Sicherheitssystem der Bundeskanzlerin zu tun hat und wie es um die Sicherheit in Industrie und Mittelstand steht, erzählt Ralf Wintergerst in der neuen Folge von „So techt Deutschland“.


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