Aktien3 Tipps für die Geldanlage für Kinder

Seite: 3 von 3

Die Statistik des Deutschen Aktieninstituts zeigt: Mit einem Dax-Indexfonds erlitten Anleger in den vergangenen fünf Jahrzehnten noch nie Verluste, wenn sie ihn länger als zwölf Jahre behielten. Völlig egal, wann sie ihn kauften oder verkauften. Auf Sicht von 50 Jahren erzielten Anleger mit deutschen Standardwerten stets eine Rendite von sechs bis acht Prozent pro Jahr. Fonds zahlen sich also eigentlich immer aus, wenn man lange genug dabeibleibt.

Praktisch sind sie zudem, wenn man einen Sparplan einrichtet: Man eröffnet einmal ein Depot fürs Kind, und die Anteile landen regelmäßig und automatisch auf dem Konto. Oder eben nicht, wenn das Geld mal knapp ist. Ein Sparplan lässt sich jederzeit stoppen – oder aufstocken, falls einmal mehr Mittel zur Verfügung stehen.

Ganz unbeaufsichtigt sollte man ihn indes nicht lassen: „Es ist nicht sinnvoll, einen Sparplan blind durchzuziehen, bis das Kind 18 ist“, sagt Scherfling. Spätestens wenn der Nachwuchs 14 wird, sollten die Erwachsenen die Aktienkurse checken: „Ist gerade eine außerordentlich gute Aktienphase wie 2015, sind Eltern gut beraten, die Fondsanteile zu verkaufen und den Erlös auf ein Tagesgeldkonto umzuschichten. Nicht, dass der Markt einbricht und kurz vorm 18. Geburtstag ein Teil des Geldes weg ist.“

3. Im eigenen Namen anlegen

Auf jeden Fall sollten alle, die für Kinder sparen, das Geld auf ihren eigenen Namen anlegen, rät Finanzberaterin Kühn. Immer wird der Tipp verbreitet, das Konto im Namen des Kindes zu eröffnen – wozu eine Geburtsurkunde benötigt wird und die Einverständniserklärung der Eltern. Das Geld lasse sich so auf den Nachwuchs überschreiben, und die Steuerfreibeträge fürs Kind würden voll ausgenutzt.

Finanzberaterin Kühn weist auf einen Haken hin: „Sobald das Kind 18 ist, gehört das Geld ihm. Will es das Kapital an eine Sekte verschenken, für eine Weltreise verpulvern oder Freunden leihen, kann man nichts dagegen tun.“

Abgesehen davon sprechen auch finanzielle Aspekte gegen einen Übertrag: Das Kapital wird nämlich bei der Ausbildungsbeihilfe Bafög angerechnet. Läuft viel Geld auf den Namen des Kindes, muss es erst einmal sein Konto bis auf einen Restbetrag von 5200 Euro abräumen, bevor es Unterstützung vom Staat erhält.

Bei größeren Beträgen, die dem Kind spendiert werden, droht zudem Schenkungssteuer. Und sollten die Schenkenden zwischendurch etwas von dem Geld abheben, weil sie selber in finanzielle Not geraten, gilt das als Betrug – und es muss nachversteuert werden.

Wer fürchtet, dass die eigene Disziplin darunter leidet, wenn das Geld aufs eigene Konto wandert, kann einfach ein Zweitdepot eröffnen und dieses nach dem Kind benennen. Dann ist für alle klar, in wessen Namen da gespart wird.

Der Beitrag ist zuerst in Capital 4/2016 erschienen.

Newsletter: „Capital- Die Woche“

Jeden Freitag lassen wir in unserem Newsletter „Capital – Die Woche“ für Sie die letzten sieben Tage aus Capital-Sicht Revue passieren. Sie finden in unserem Newsletter ausgewählte Kolumnen, Geldanlagetipps und Artikel von unserer Webseite, die wir für Sie zusammenstellen. „Capital – Die Woche“ können Sie hier bestellen: