Aktien3 Tipps für die Geldanlage für Kinder

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Nun lässt sich naturgemäß kaum vorhersagen, was bis dahin gesundheitlich, finanziell oder politisch alles passiert, also kalkulieren die Versicherer hohe Sicherheitsabschläge ein. Geld, das nicht mehr zum Sparen bereitsteht. Noch schlimmer ist, wenn Großeltern solche Rundum-Versicherungen für die Enkel abschließen. Die Gefahr, dass Oma und Opa keine 25 Jahre mehr einzahlen, weil sie vorher sterben, lassen sich Versicherer nämlich üppig bezahlen, mit noch schlechteren Konditionen.

Werden die Policen vorzeitig gekündigt, etwa weil das Kind mit 30 Jahren keine Lust mehr hat, jahrzehntelang weiterzuzahlen, sind die Verluste enorm. Deshalb rät Verbraucherschützer Scherfling: „Sparen und Versichern immer trennen! Fürs Kind sparen ist eine gute Sache, aber zuvor sollten die Eltern für sich selbst eine Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, damit die Kinder versorgt sind, wenn den Eltern etwas zustößt.“

Die Wahl des passenden Sparprodukts hängt nicht zuletzt davon ab, wie viel Zeit bis zum geplanten Auszahlungstermin bleibt und wie flexibel dieser Termin ist. Ist das Kind bereits älter oder spart man auf einen bestimmten Betrag hin, etwa um einen Auslandsaufenthalt in Frankreich zu finanzieren oder den Führerschein, dann sollte man eine möglichst sichere Sparform wählen, mit der man flexibel bleibt.

Die von Sofias Großeltern favorisierten Bausparverträge passen nicht, denn sie sind starr und zweckgebunden. Und wer weiß schon, ob das Kind mal im eigenen Haus sesshaft wird? Stattdessen bieten sich regelmäßige Einzahlungen auf ein Tagesgeldkonto an – auf dem sich das Geld allerdings momentan nur mit maximal einem Prozent verzinst. Oder Festgeld, das zurzeit 1,5 bis zwei Prozent abwirft, unabhängig davon, ob man es für ein, zwei oder mehr Jahre festlegt. Banksparpläne sind als Alternative wenig attraktiv. Sie bringen im besten Fall auch bloß ein Prozent Zinsen und erlauben keine Abhebungen außer der Reihe.

Verbraucherschützer Scherfling warnt vor allzu großen Erwartungen: „Es wird am Ende kein Betrag dabei herauskommen, bei dem man ,Hurra‘ schreit, aber man hat etwas Solides.“ Bessere Erträge bieten Spezialangebote wie das Mäusekonto der Hamburger Sparkasse (Haspa). Es bringt Kindern bis 14 Jahre zurzeit drei Prozent Zinsen pro Jahr – aber nur bei einem Anlagebetrag von höchstens 500 Euro. Der Zinssatz ist allerdings nicht fix und kann jederzeit sinken.

Wer das Taufgeld auf diese Weise anlegt, bekommt von der Haspa quasi einen Bonus von 210 Euro hinzu. Jeder weitere Euro wird aber nur mit 0,1 Prozent verzinst. „Sicherheitssparer sind zurzeit gekniffen“, ist Scherflings Fazit. „Sie müssen entweder mehr sparen, ihre Ziele nach unten anpassen oder ein höheres Risiko eingehen.“

2. Konsequent dranbleiben

„Risiko“ klingt bedrohlich. Wenn aber noch viel Zeit bleibt, weil das Kind klein ist, kann man bei der Kapitalanlage durchaus etwas mehr wagen, ohne dass einem gleich angst und bange werden muss. Selbst für Sicherheitsbewusste bietet es sich an, in Anlageformen zu investieren, deren Wert schwankt. Schließlich haben sie reichlich Zeit, um das Auf und Ab auszusitzen.

Langfristsparer sind mit Fonds gut bedient, speziell mit günstigen Indexfonds (ETFs). Egal ob man nur einmal eine größere Summe investiert oder dauerhaft per Fondssparplan Beträge ab 25 Euro monatlich beiseitelegt. Millionen Erwachsene sparen so fürs Alter und den Vermögensaufbau. Warum sollte das für Kinder schlecht sein?

Hinter vielen Fonds und ETFs stecken zwar Aktien, denen manche misstrauen, doch man kauft sehr viele verschiedene Aktien im Paket. Wenn einzelne Papiere an Wert verlieren, gleichen die anderen das oft wieder aus. Die Aktienmischungen in Indexfonds entsprechen denen des dazugehörigen Börsenindex, etwa des deutschen Dax oder des globalen MSCI World. Mit einem Dax-ETF wettet man also darauf, dass sich die deutsche Wirtschaft positiv entwickelt.

Klettern die Börsenindizes, steigt eins zu eins auch der Wert der ETFs. Pascal Lennert liebäugelt mit einem MSCI-World-Indexfonds: „Dass die ganze Welt in den nächsten 20 Jahren kein Wachstum mehr erleben wird, ist doch extrem unwahrscheinlich“, findet er.

Auch ihm machen Börsencrashs Angst. Dass Kurse auch mal fallen, sei kein Grund, Fonds grundsätzlich zu meiden, beruhigen Finanzmarktforscher. Denn bisher erholten sich die Börsen nach jedem Einbruch relativ schnell, selbst das verheerende Krisenjahr 2008 ist längst ausgebügelt.