Capital-PodcastZukunft des Büros: Warum ein deutscher Möbelhersteller umdenkt

Holger Jahnke ist Chef des Büromöbel-Herstellers Sedus Stoll AG aus Dogern am RheinPR

Seit dem Corona-Shutdown erlebt die Arbeitswelt einen Umbruch: Noch immer arbeiten zahlreiche Mitarbeiter im Homeoffice – die Büros sind maximal zur Hälfte gefüllt. Und viele können so wie bisher nicht genutzt werden. Es braucht neue Ideen und Konzepte. Die Unternehmen ringen um eine neue Balance – zwischen mobilem Arbeiten von zu Hause, unterwegs und Präsenz im Büro.

Für einen traditionsreichen Büromöbel-Hersteller wie die Sedus Stoll AG aus Dogern am Rhein ist das eine große Herausforderung. „Wenn man sagt, okay, ich mache einfach weiter Möbel, Stuhl und Tisch, dann wird es sicher schwierig“, sagte Holger Jahnke, Chef von Sedus Stoll, im Podcast „Die Stunde Null“ (Capital, n-tv, Stern). Das 1871 gegründete Unternehmen ist längst mehr als ein Ausstatter und Hersteller von Büromöbeln – es setzt komplette Arbeitsplatzkonzepte um, etwa für Kunden wie Google und Axel Springer. Sedus Stoll setzt zudem darauf, auch Menschen im Homeoffice auszurüsten, mit speziellen Sekretären, die sich auch privat nutzen lassen.

Zugleich will das Unternehmen, das gut 200 Mio. Euro pro Jahr in 70 Ländern umsetzt, ins Geschäft mit dem datengetriebenen Büro: Unternehmen könnten dann per Software regeln, wer wann ins Büro kommt, um die nötigen Mindestabstände im Infektionsschutz einzuhalten. Eine Nische, die bisher unter dem Radar der großen Tech-Konzerne läuft.

Holger Jahnke gab sich allerdings überzeugt, dass es weiterhin Büroarbeit geben wird. „Ich glaube ganz fest, dass die Menschen sich auch danach sehnen, wieder zurück ins Büro zu kommen“, sagte er. Der kreative Austausch, die Idee in der Kaffeeküche, der spontane Scherz auf dem Flur, aus dem ein Geschäftsmodell wird – all das lässt sich zu Hause nicht nachahmen. Für sein Unternehmen besteht nun die Kunst darin, die Balance zu bedienen. „Ich glaube schon: Das Homeoffice wird dauerhaft bleiben“, sagte Jahnke. „Die Frage ist immer die Dosis.“ Wenn nur noch kleinere Teams gleichzeitig in die Büroräume kommen und der Rest anderswo arbeitet, dann braucht man weniger klassische Büromöbel – aber vielleicht stattdessen ganz andere Einrichtungen, in denen Treffen und Austausch stattfinden können. „Dieser Wunsch, auch zusammenzuarbeiten, der wird bleiben“, prophezeite der Sedus-Chef.

Hören Sie jetzt im Podcast „Die Stunde Null“:

  • Warum Holger Jahnke früher keine Klinke an seiner Bürotür hatte,
  • wie es kommt, dass Homeoffice bei Sedus Stoll bisher eher nicht gern gesehen war,
  • wie das Büro der Zukunft aussehen könnte.

„Die Stunde Null“ gibt es  direkt bei Audio NowApple oder Spotify oder via Google.