PodcastFahrradhersteller Canyon: „Wir haben zehn Jahre gewonnen“

Fahrräder liegen voll im Trend - auch wegen CoronaIMAGO / Nordphoto

2020 war ein herausragendes Jahr für die Fahrradhersteller: In der Pandemie tauschten viele Pendler ihre Nahverkehrstickets gegen ein Fahrrad – um dem Mindestabstand zu wahren. Urlauber stiegen aufs Trekkingbike statt auf die Malediven zu fliegen. Über fünf Millionen Fahrräder wurden in Deutschland 2020 verkauft, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aus Sicht des Fahrradherstellers Canyon Bicycles dürfte dieser Boom langfristige Folgen haben, auch für den Stadtverkehr. „Wir haben vielleicht zehn Jahre beim Umdenken gewonnen“, sagt CEO Armin Landgraf im Podcast „Die Stunde Null“.  Der Trend zum Fahrrad sei nachhaltig, davon ist Landgraf überzeugt, besonders „wenn man Städte mit Strukturprojekten wie Paris oder London ansieht“. „Die Städte haben gelernt, wie groß der Vorteil ist, wenn sie da mitziehen.“

Da Koblenzer Unternehmen, das bisher auf Sport- und Rennräder spezialisiert war, profitierte selbst erheblich von dem Boom. Der Umsatz stieg 2020 um 37 Prozent auf 415 Mio. Euro. Canyon verkauft seine Fahrräder ausschließlich im Online-Direktvertrieb, von Ladenschließungen war das Unternehmen also nicht betroffen. Schwierig war jedoch die Lage bei den Lieferketten, da viele Bauteile zum Teil nur schwer zu bekommen waren.

Für die Zukunft der Branche und des Verkehrs spielen aus Sicht Landgrafs auch E-Bikes eine wichtige Rolle, insbesondere was „Vernetzung und Intelligenz“ angehe. Um die Sicherheit zu erhöhen, könne „man viele elektronische Unterstützungsleistungen bieten“. Innovationen dieser Art könnten auch den Komfort erhöhen, etwa mit Luftqualitätsmessungen und Routenoptimierungen.

Hören Sie außerdem in der neuen Folge von „Die Stunde Null“,

  • wie viele Fahrräder Landgraf privat besitzt,
  • welche Ähnlichkeiten es zwischen E-Bikes und SUVs gibt,
  • warum das Unternehmen dem Sitz Koblenz weiterhin treu bleibt.

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