GastbeitragEnergiewende – Mythen reloaded

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Außerdem muss man für die Erzeugung und den Vertrieb von Wasserstoff erst eine Infrastruktur schaffen (also Produktionsstäten und Tankstellen). Das wäre eine zweite Struktur parallel zu der Ökostrom-Produktions-Infrastruktur, die wir bereits haben und wie Ladestationen leicht ausbauen können. Wasserstoff ist aber genau wie das ebenfalls oft diskutierte Power-toGas (PtG) ein guter Langfrist-Speicher. Dafür gibt es gute Ideen.

Fakt ist: Wasserstoff ist eine gute Langfrist-Speicher-Lösung, aber als Treibstoff für Autos viel zu teuer.

Warum kursieren Mythen über die Energiewende derzeit wieder?

Über die Gründe, warum einige Menschen entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntnisse solche rhetorisch geschickt verpackten Mythen verbreiten, kann man nur spekulieren. Manche Politiker erhoffen sich vielleicht Wählerstimmen von Menschen, die emotional auf Pseudo-Informationen anspringen.

Gott sei Dank ist die Mehrheit der Bevölkerung mittlerweile weiter: Die Technologien sind vorhanden, sie müssen nur zum Einsatz kommen. Es gibt schon heute Praxisbeispiele, dass und wie eine Welt aus 100 Prozent erneuerbarer Energien funktionieren kann. Es gibt auch Modelle und Lösungen, um, die bislang fehlenden ökonomischen Anreize und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Industrie den Umstieg in eine klimafreundliche Produktion vollzieht. Die Bereitschaft wächst.

Selbst die großen Energiekonzerne setzen inzwischen voll auf erneuerbare Energien. Sie wissen, dass es in Zukunft eine dezentrale, auf erneuerbaren Energien basierende Strom- und Energieerzeugung geben wird. Sie wissen dass es Prosumer-basierte Speicherlösungen kombiniert mit dezentraler Solarenergie samt Wärmespeicher geben wird. Und sie haben bereits begonnen, ihre Geschäftsmodelle entsprechend umzustellen.

Einer Vollversorgung mit erneuerbarer Energien steht somit nichts mehr im Wege, es sei denn man hört auf die laut schreienden Ewig-Gestrigen, die leicht widerlegbare Mythen in die Welt setzen. Wir sollten uns von ihnen nicht den Spaß an der Zukunft nehmen lassen. Klimaschutz ist eine Chance. Nutzen wir sie!