Podcast„Elon Musk hätte keinen Supercharger entwickeln müssen“

Frank Stührenberg ist seit 2015 Geschäftsführer der Phoenix Contact-GruppePhoenix Contact-Gruppe


Wie lassen sich Herkunft und Zukunft vereinen? Vor welchen Herausforderungen stehen Familienunternehmen? Und welche Erfahrungen sammeln sie bei der Digitalisierung? Diese Fragen klärt „Alles neu…? Aus dem Maschinenraum”, der Interview-Podcast für den Mittelstand.


Die Phoenix Contact-Gruppe im ostwestfälischen Blomberg bringt alles mit, was einen Hidden Champion des deutschen Mittelstandes ausmacht: Das Traditionsunternehmen ist Weltmarktführer für Reihenklemmen mit einem Jahresumsatz von 2.5 Mrd. Euro und mehr als 17.000 Mitarbeitern weltweit.

Das Kerngeschäft hat sich dabei in der 97-jährigen Firmengeschichten nur leicht verändert: Da, wo Kabel verbunden werden müssen, ist die Phoenix Contact-Gruppe gefragt – auch wenn die Produktpalette über Jahre gewachsen ist. Ähnlich konstant schätzt CEO Frank Stührenberg auch den Erfolg der Gruppe ein, die mit ihren Produkten viele international wichtige Schnittstellen abdeckt: „Wenn wir als Unternehmen die nächsten fünf Jahre nichts in unserem Produktprotfolio verändern würden, wären wir wahrscheinlich auch in fünf Jahren noch ein erfolgreiches Unternehmen“, sagt er.

Erfolg als Startschuss für neue Geschäftsfelder

Das schaffe Sicherheit, berge aber auch das Risiko, zu bequem zu werden. „Es gibt auch bei uns im Unternehmen Bereiche, die sehr gut in einer Routine funktionieren“, sagt Stührenberg. „Aber am Ende des Tages haben wir die besten Erfahrungen gemacht, indem wir Beispiele und Leuchtürme kreieren.“

Im Interview-Podcast „Alles Neu?… Aus dem Maschinenraum“ sprechen sprechen Tobias Rappers, Geschäftsführer des Maschinenraums und Capital-Redakteur Nils Kreimeier, mit Vordenkern und Machern aus dem deutschen Mittelstand und richten den Blick auf die Persönlichkeiten und ihre Motivation

Stührenbergs Devise lautet deshalb: Gerade wenn das alte Geschäft noch gut läuft, sollten Unternehmen über Neues nachdenken. Die Phoenix Contact Gruppe ist deshalb auch jetzt schon auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern. „Nicht weil wir dort ein großes Volumen vermuten, sondern weil wir da eine Fähigkeit sehen, die wir nocht nicht haben, von der wir aber glauben, dass sie künftig wichtig wird.“

Stührenberg spricht dabei aus eigener Erfahrung: Als erster CEO, der nicht aus der Inhaberfamilie stammt, verstärkte er den Ausbau im Bereich Elektromobilität mit dem 2013 gegründeten Tochterunternehmen Phoenix Contact E-Mobility. „Das war eine Phase in der ich – obwohl angestellter Manager – echtes Unternehmertum erleben durfte“, erinnert er sich.

Nicht im ,Weiter so‘ verharren

Heute kann das Unternehmen seiner Einschätzung nach mit den Ladekabeln und Steckdosen für E-Autos auch mit denen von E-Autobauer Tesla mithalten. „Elon Musk hätte keinen Supercharger entwickeln müssen – da hätte er auf unsere Technik zurückgreifen können“, sagt er.

Gleichzeitig dürfe man wichtige Trends nicht aus dem Blick verlieren. Dazu gehört für Stührenberg auch die wachsende Beliebtheit von Open Source bei Software- und Steuerungssystemen. Sie könnte „die Industrie weiter revolutionieren“. Kombiniert mit einer Weiterentwicklung des 3D-Drucks könnte diese Chance aber auch zum Risiko werden. „Wenn da eine Dynamik entsteht, müssten wir schauen, wie wir das zu unserem Geschäftsmodell machen“, bilanziert Stührenberg. Wichtig sei es dabei aber, nicht im ,Weiter so‘ zu verharren.

Worüber er mit Elon Musk bei einem Espresso noch sprechen würde und welches Projekt die Phoenix Contact-Gruppe aktuell vorantreibt, erzählt Frank Stührenberg im Gespräch mit Tobias Rappers, Managing Director des Maschinenraum, und Nils Kreimeier, leitender Redakteur beim Wirtschaftsmagazin Capital. Alle Folgen von „Alles Neu…? Aus dem Maschinenraum“ finden Sie bei Audio Now, Apple Podcasts, Deezer, Soundcloud und Spotify.