ElektroautosTesla am Steuertropf

Kunden bestaunen Teslas Model 3
Kunden bestaunen Teslas Model 3dpa

Erneuter Rückschlag für den Elektroautohersteller Tesla: Auch auf dem Heimatmarkt USA hängt der Absatz der schicken Elektrofahrzeuge offenbar stark an staatlichen Subventionen. Darauf deutet zumindest der dramatische Geschäftseinbruch im 1. Quartal 2019 hin: Von Januar bis März verkaufte das Unternehmen insgesamt 31 Prozent weniger Autos als noch im letzten Quartal 2018. Zwar begründete der Konzern des E-Auto-Pioniers Elon Musk dies vor allem mit Lieferproblemen für das Model 3, sein mittlerweile auch in Europa erhältliches Mittelklasseauto. Allerdings steht hinter den Zahlen auch ein Absturz bei den Premiummodellen, dem Model S und dem Model X, um mehr als 50 Prozent.

Die neue Capital
Die neue Capital

Hintergrund ist, dass die für Elektroautos in den USA geltenden Steuerzuschüsse bei Tesla schrittweise reduziert werden, weil das Unternehmen die Obergrenze von ausgelieferten Autos erreicht hat. Die bisherige Vergünstigung von 7500 Dollar hat sich seit Januar halbiert und läuft Ende 2019 ganz aus. Der geringere Steuervorteil sei „keine Hilfe“, sagt Michelle Krebs, Analystin des Automobildienstleisters Cox Automotive, „vor allem im Model-3-Segment, das deutlich preissensibler ist“.

Tesla startet damit mit einem Handicap in ein Jahr, in dem der Wettbewerb bei Elektroautos intensiver wird. Audi und Porsche bringen voll batteriebetriebene Fahrzeuge auf den Markt und dringen so in die Domäne des US-Herstellers ein. Zugleich zeigt der Rückgang, wie abhängig die E-Auto-Bauer von Subventionen sind, um Märkte zu erschließen. Die höchsten Marktanteile erreichen E-Autos in Norwegen und den Niederlanden, beides Länder, in denen die Fahrzeuge massiv begünstigt werden.

„Eigentlich hat Tesla keine Ahnung, wie groß die Nachfrage nach Elektroautos in den USA wirklich ist“, sagt Krebs. Zudem kommen die bisher in der Nische erfolgreichen Modelle S und X allmählich in die Jahre.