Podcastdm-Chef Christoph Werner: „Der Einstieg war für mich eine Feuertaufe“

Christoph Werner ist seit 2019 Chef von dm
Christoph Werner ist seit 2019 Chef von dmIMAGO / sepp spiegl

Seit September 2019 ist Christoph Werner Chef von dm, der umsatzstärksten Drogeriekette Deutschlands. Wenige Monate später begann die Pandemie, die auch für dm zu einer logistischen Herausforderung wurde. „Der Einstieg war für mich eine Feuertaufe“, sagt Werner im Podcast „Die Stunde Null“. „Damit werden viele Routinen aufgebrochen.“

Drogerien waren in der Corona-Krise in einer besonderen Lage: Während viele Einzelhändler wegen des Lockdowns ihre Produkte nicht mehr verkaufen konnten, stand dm vor dem umgekehrten Problem. Kunden rangelten um Toilettenpapier und neigten auch bei anderen Produkten zu Hamsterkäufen. Werner spricht von einer „Ausnahmesituation“. Der dm-Chef betont, es sei wichtig, „die Kunden nicht als Problem darzustellen“. Vielmehr müsse ein Unternehmen versuchen, „Verhältnisse zu schaffen, in denen sie sich wieder orientieren können“. Toilettenpapier durfte beispielsweise nur noch in begrenzten Mengen gekauft werden.

„Einzelhändler sind unter Druck, aber nicht der Einzelhandel“

11,5 Mrd. Euro Umsatz machte dm im Geschäftsjahr 2019/2020 in Europa, auch weil das Unternehmen sich rasch auf den Wandel einstellte. Das Online-Angebot wurde erweitert, und auch über 100 Corona-Schnelltestzentren wurden aufgebaut. „Wir müssen uns mit neuen Technologien frühzeitig beschäftigen, damit wir sie zum Einsatz bringen können, wenn sie wettbewerbsrelevant werden“, sagt Werner.

Der dm-Chef legt Wert auf die enge Kooperation mit seinen Mitarbeitern. „Genau in so einer Situation geht es nicht darum, alles zu zentralisieren und das Unternehmen nur noch per ordre du mufti zu steuern, sondern ganz bewusst auf die Urteilsfähigkeit der vielen Kolleginnen und Kollegen in der Arbeitsgemeinschaft zu setzen“. Entscheidend für die Kultur eines Unternehmens sei, „wie man in einer Krise miteinander umgeht“.

An ein Sterben der Einkaufszonen in den Innenstädten, in denen die Kette sehr präsent ist, glaubt Werner nicht. „Einzelhändler sind unter Druck, aber nicht der Einzelhandel“, sagt er. Veränderungen an sich seien nicht aufzuhalten, es gehe vielmehr um die Frage, wie man damit umgehe: „Wie kann dieser Wandel so begleitet werden, dass es nicht zu enormen Verwerfungen mit Massenarbeitslosigkeit kommt?“

Hören Sie außerdem in der neuen Folge von „Die Stunde Null“:

  • Ob Werner es bereut, kein Pilot geworden zu sein
  • Wie der dm-Chef von seinem Arbeitsalltag abschaltet
  • Was er von einem bedingungslosen Grundeinkommen hält

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