SuperreturnDie Weltwirtschaft steht vor einer Banane

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Die Ironie ist: Obwohl also zu viel Geld da ist, wird weiter eingesammelt. 2018 warb die PE-Branche frisches Geld in Höhe von 714 Mrd. Dollar ein. (Seit 2014, so die Studie von Bain, summieren sich die Kapitalzuflüsse auf satte 3,7 Billionen Dollar.)

Die Branche hat ein Luxusproblem. „Sie ist gewissermaßen Opfer ihres eigenes Erfolges“, sagte Steve Roberts, Private Equity Leader von PwC. Und jene, die noch die Krise von 2010 erlebt haben, fragen nun Jahr für Jahr, wie lange das noch gut geht – und ob wirklich so viele gute Deals und Dealmaker unterwegs sind. Eine Frage, die man freilich seit drei Jahren hört wie „Last Chrismas“ von Wham zu Weihnachten.

Was also tun? Die Antworten, die man auf der „Superreturn“ erhält, klingen mal erstaunlich einfach, mal achselzuckend, mal wohlfeil, mal breitbeinig. Weitermachen (weil ja noch gut verdient wird), bessere Deals machen als andere (weil es nicht nur mehr Geld, sondern auch immer mehr Konkurrenz gibt, etwa durch Family Offices), sich länger in Firmen engagieren und Nischen finden – aber ja nicht aussteigen, solange die Musik spielt. Oder auch die Formel „Go big or go home“ macht die Runde, was den Trend zu neuen Megadeals und Megafunds unterstreicht.

Es war Leon Black, der milliardenschwere Gründer von Apollo, dem auch die Frage nach dem zu frühen Exit gestellt wurde. Black hatte schon vor einigen Jahren geraten, zu „verkaufen, was nicht niet- und nagelfest“ ist. Bereut er das heute, weil er eine viel höhere Rendite hätte einfahren können? „Ich bereue nichts“, sagte Black, der ein großer Kunstmäzen ist und unter anderem im Besitz von Edvard Munchs „Der Schrei“ sein soll. „Manchmal muss man die Chips vom Tisch nehmen.“ Zumal er ja weiter investiert hat.

Aber nicht immer geht es um Weitsicht oder Können. Black erinnerte an die Pleite der Investmentbank Drexel Burnham Lambert im Jahr 1990, für die er gearbeitet hatte. „Das war eine Rakete, die nach oben ging und wieder abstürzte.“ Danach startete er Apollo, es wurde die Grundlage seines großen Erfolges. Sein Rezept? „Ich hatte viel Glück. Und kluge Leute um mich herum.“