Podcast„Die Stimmung in Frankreich ist sehr positiv“

Patrick Brandmaier, Geschäftsführer der deutsch-französischen HandelskammerPR

Obwohl die Inzidenzwerte in Frankreich deutlich höher als in Deutschland liegen (93,4, Stand 28. Mai) haben die Außengastronomie, die Kinos und die Museen schon seit dem 19. Mai wieder geöffnet. Die Ausgangssperre wurde von 19 Uhr auf 21 Uhr verschoben. „Die Stimmung in Frankreich ist sehr positiv“, sagt Patrick Brandmaier im Podcast „Die Stunde Null“. „Menschen schöpfen jetzt wieder Mut, sie gehen wieder aus, sie geben wieder Geld aus. Der Einzelhandel und der Konsum in Restaurants und Kinos springen an.“

Der Geschäftsführer der deutsch-französischen Handelskammer findet, dass es „der Regierung gut gelungen ist, für die Menschen einen Öffnungsplan wirklich so zu kommunizieren, dass man sich verlässlich auf einzelne Termine einstellen kann“. Seit Ende April stehen die Öffnungstermine fest, obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner damals landesweit über 300 lag. Eine solche Entscheidung in einer vergleichbaren Lage, glaubt Brandmaier, wäre „in Deutschland in der Form undenkbar gewesen“. Seiner Meinung nach habe die frühe Ankündigung jedoch die Bevölkerung motiviert, „die letzten Wochen mit der Ausgangssperre durchzuhalten“.

In Frankreich, wo die Corona-Maßnahmen zentral beschlossen wurden, galten die Inzidenzwerte generell weniger als Maßstab als in Deutschland. Vielmehr sei in Kauf genommen worden, was das „Sozial- oder Gesundheitssystem noch verkraften kann“, sagt Brandmaier, „weil man das gesellschaftliche und das wirtschaftliche Leben nicht wieder völlig zum Erliegen bringen wollte“. Auch die Schulen blieben anders als in Deutschland fast durchgehend offen.

Hören Sie außerdem in der neuen Folge von „Die Stunde Null“,

  • ob es auch in Frankreich Querdenker-Demos gab,
  • wie sehr der Handel zwischen Deutschland und Frankreich unter Reisebeschränkungen gelitten hat,
  • welche Themen bei der Präsidentenwahl im Vordergrund stehen.

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