BrexitDie britische Autoindustrie stirbt mit dem Brexit

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Bye, bye …

Und damit sind wir bei des Pudels Kern. So wie es vormals ausschließlich ökonomische Faktoren beziehungsweise unfähiges Management waren, die den Niedergang der traditionsreichen britischen Automobilindustrie verursachten, so waren es danach ebenso ökonomische Faktoren wie Zölle und Markenimage, die den Wiederaufstieg durch ausländische Investoren ermöglichten.

Tempi passati. Der Brexit macht einen wettbewerbsfähigen Pkw-Export nicht mehr möglich. Immerhin gehen rund 60 Prozent der in England produzierten Autos in die EU. Und der englische Binnenmarkt allein lohnt nicht für eine eigene Produktion.

Der Traum vom goldenen britischen Zeitalter und der wunderbaren Wiederauferstehung des britischen Empires ist eine Halluzination von Wirrköpfen. Die Deindustrialisierung hat längst begonnen: Die ausländischen Eigentümer der Autofabriken – in Großbritannien wie in Deutschland das Herz der Wirtschaft – machen die Werke dicht und wandern auf den Kontinent oder kehren in ihre Heimat Japan zurück. Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan sowie der Fall der Zollbarrieren für japanische Autoexporteure nach Europa haben dem Ganzen den letzten Push gegeben. Der Zusammenbruch der Branche ist damit programmiert. Diesmal wohl endgültig. Und ganz ohne Pomp and Circumstances.

 


Autor Helmut Becker war 24 Jahre Chefvolkswirt bei BMW und leitet das „Institut für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation (IWK)“. Er berät Unternehmen in automobilspezifischen Fragen. Der Beitrag ist zuerst auf n-tv.de erschienen.