HeimarbeitDeutschland im Homeoffice – fünf Herausforderungen

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Hackerangriffe

Mit dem Umstieg auf digitale Arbeit von daheim ist auch das Risiko für Cyberkriminalität deutlich gestiegen. Vor allem während der Umstellungsphase reichen kleine Sicherheitslücken aus, um Hackern Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk zu gewähren. Reicht das technische Equipment nicht für alle Mitarbeiter, stellen auch private Rechner mit Unternehmenszugriff eine Gefahr dar: Oft sind die Sicherheitsstandards niedriger und auch die regelmäßige Wartung fehlt.

Dabei haben sich viele Hacker längst die Angst vor dem Coronavirus zunutze gemacht. Erste Phishing-Mails mit angeblichen Informationen rund um das Virus sind bereits im Umlauf. Auch eine E-Mail, die vermeintlich von der Weltgesundheitsorganisation kommen soll, ist dabei. Die Berliner Stiftung Warentest rät deshalb bereits auf Virenschutz-Programme zurückzugreifen. Außerdem sollten Mitarbeiter sich E-Mails von unbekannten Accounts vor dem Anklicken ganz genau ansehen.

Geschlossene Schulen und Kitas

Seit Dienstag sind in vielen Bundesländern auch Schulen und Kindergärten geschlossen. Gerade Eltern stellt das vor die Doppelbelastung von Kinderbetreuung und Heimarbeit. Zwar können Mitarbeiter mit ihren Vorgesetzten vereinbaren, dann zu arbeiten, wenn die Kinder schlafen. Auch dann gelten allerdings noch die Ruhezeiten wie im Büro vor. Morgens früher aufstehen und abends länger arbeiten funktioniert daher nur bedingt.

Oftmals helfen Nachbarn oder befreundete Eltern beim Aufpassen aus. Coaches und Psychologen raten außerdem, sich innerhalb der Familie klar abzusprechen und eigene Zeit- und Wohnungspläne aufzustellen. Wem die Doppelbelastung aus Kinderbetreuung und Arbeit zu viel wird, kann die Arbeit aber auch vorrübergehend verweigern – allerdings kann das Folgen für die eigene Bezahlung haben. Sind die Kinder krank und man kann deshalb nicht arbeiten, besteht (laut §616 BGB) für gewöhnlich ein Anrecht auf Bezahlung für fünf Tage. Noch ist allerdings unklar, ob das auch bei bei geschlossenen Schulen und Kitas gilt. Bleiben die Einrichtungen mehrere Wochen geschlossen, greift das Anrecht nicht mehr.

Der Faktor Mensch

Mit der zunehmenden Arbeit im Homeoffice nehmen auch die Ratgeber-Artikel zu. „Tipps“ und „Tricks“ versprechen die richtigen Strategien für das Homeoffice. Ob man sie nun befolgt oder nicht, die Arbeit von zuhause setzt immer eine Gewöhnungsphase voraus. Denn plötzlich arbeitet man ganz allein – für viele Beschäftigte ein nicht unerheblicher Faktor. So gaben zwei Drittel der Befragten an, sie würden die Arbeit im Büro dem Homeoffice vorziehen – unter anderem wegen dem Kontakt zu den Kollegen.

Dass ein Teil der Mitarbeiter den Schritt ins Homeoffice nur bedingt aus freien Stücken geht, ändert an der mäßigen Begeisterung für die Arbeit von daheim nicht viel. Außerdem fällt es nicht allen Mitarbeitern leicht vom heimischen Küchentisch zu arbeiten – mit Folgen für Motivation und Produktivität. Gerade am Anfang sind daher klare Ziele und Fristen für die eigenen Aufgaben wichtig.

Auf der anderen Seite liest man immer wieder von den Homeoffice-„Fallen“. Denn ohne die Kollegen, muss man selbst auf Pausen und Feierabend achten. Und auch Dienst-Mails erreichen einen plötzlich jederzeit – auch im Feierabend. Mitarbeiter müssen daher auch aufpassen, dass die Arbeit von daheim nicht zu stark in das eigene Privatleben eingreift. Auch hier braucht die Umstellung allerdings Zeit.