ChinaDer Umgang des Westens mit China - ein Streitgespräch

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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat unlängst seine Industriestrategie vorgestellt. Die sieht unter anderem vor, dass der Staat geschlossene Wertschöpfungsketten in Europa erhalten, Schlüsseltechnologien wie künstliche Intelligenz fördern oder gar selbst als Investor tätig werden soll. Ist das die richtige Antwort?

HUOTARI: Teils gleicht diese Strategie einem Griff in die Mottenkiste. Wenn, dann muss es um EU-Mittel gehen, die für Forschung und Entwicklung bereitgestellt werden – und nicht um den Schutz einzelner Unternehmen. Die Obertöne, dass wir China ähnlicher werden sollten, gefallen mir gar nicht.

Die USA streben das sogenannte Decoupling von China an, eine Trennung bisher verwobener Lieferketten. Steht uns in Deutschland und der EU Ähnliches bevor?

HUOTARI: So eine Trennung wird von deutscher Seite keinesfalls angestrebt, auch in Europa sehe ich das nicht. Doch wir werden mehr Transparenz einfordern. Neue Regulierungen erlauben es, viele chinesische Investitionen in der EU strenger zu überprüfen. Unser Umgang mit China wird in Zukunft größeren Aufwand erfordern.

BERGER: Die NSA hat Huawei durchleuchtet und nichts gefunden. Es gibt keinen Hinweis auf Sicherheitslücken. Drei Milliarden Menschen nutzen täglich unsere Technologie, 46 der 50 größten Mobilfunkbetreiber sind unsere Kunden. Unabhängig davon, was in Bezug auf China gesagt wird, weigern wir uns, dafür in Haftung genommen zu werden.

China, unser neuer bester Feind?

HUOTARI: Ich halte den Begriff Feind für unnötig und falsch. Aber es sieht schon so aus, als werde es ein extrem schwieriger Wettbewerb, in den zunehmend sicherheitspolitische Erwägungen reinspielen. Die Lage wird ungemütlicher.