InfografikDer Ölmarkt – ein Überblick in vier Grafiken

Ölmarkt: Der Drohnenangriff auf Saudi-Arabien hat die Ölproduktion des Königsreichs empfindlich getroffen
Der Drohnenangriff auf Saudi-Arabien hat die Ölproduktion des Königsreichs empfindlich getroffendpa

Seit dem Angriff der größten saudische Ölanlage am vergangenen Wochenende ist der Ölpreis auf Achterbahnfahrt. Am Montagmorgen rauschten die Ölpreise bis zu 20 Prozent in die Höhe, fielen dann leicht ab, um gegen der Ende der Woche erneut leicht anzuziehen. Ein Barrel des Nordseeöls Brent kostete zuletzt 64,54 US-Dollar. Am Montag waren es dagegen 69,02 US-Dollar.

Der Preisanstieg von Montag gilt dabei als höchster seit 1991, wie die Tagesschau berichtet. Grund für den ernormen Höhenflug ist das Ausmaß des Schadens: Bei dem Drohnenangriff auf die saudische Ölraffinerie Abkaik und das Ölfeld Khurais wurde etwa die Hälfte der täglichen Ölproduktion lahmgelegt – eine Menge von etwa 5,7 Millionen Barrel pro Tag. Die Ausfälle betreffen damit etwa fünf Prozent der weltweiten Ölförderung. Für Saudi-Arabiens Wirtschaft ist der Angriff ein herber Schlag. Laut Angaben des saudischen Statistikamtes machte Öl in 2018 78,7 Prozent aller Exporte aus.

Bis zum Ende des Monats will Saudi-Arabien mögliche Lieferengpässe mit eigenen Reserven überbrücken. Dann soll die Ölförderung ihr Vor-Niveau erreicht haben. Andere Öl-Nationen, darunter die USA, haben zugesichert, mit eigenen Reserven einzuspringen. Die Sorge um die Öl-Versorgung ist nach dem jüngsten Angriff aber keineswegs gebannt.

Spannungen in der Golfregion halten an

Gerade die internationalen Spannungen in der Golfregion könnten die Ölpreise weiter unter Druck setzen. Zwar haben sich die jemenitischen Huthi-Rebellen zu der Attacke bekannt. Saudi-Arabien und die USA halten aber den Iran, der die Rebellen unterstützt, für den eigentlichen Drahtzieher. Beide Staaten forderten bereits eine internationale Reaktion. Der Iran wies alle Vorwürfe bisher zurück und warnte, dass ein Militärschlag zu einem „umfassenden Krieg“ führen würde.

Schon im Mai und Juni hatten die Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus – über die rund ein Drittel der globalen Erdölexporte transportiert werden – den Ölpreis zum Schwanken gebracht. Nach der Eskalation war der Ölpreis allerdings nur schwach um etwa sechs Prozent gestiegen. Als Grund galten die vollen Reserven der Öl-Förderländer allen voran die USA. Auch der Angriff auf Saudi-Arabien sorgt nicht für einen weltweiten Lieferengpass. Trotzdem hat der Angriff auf Abkaik und Khurais gezeigt, wie verwundbar der Markt für externe Schocks ist.

Aber welche Rolle spielt Saudi-Arabien auf dem weltweiten Ölmarkt? Und muss Deutschland ein Lieferengpass befürchten? Ein Überblick über den Ölmarkt in Grafiken: