InfografikWarum Italiens Wirtschaft in der Dauerkrise steckt

Lega-Chef Matteo Salvini hat sich mit Ministerpräsident Conte (l.) und Fünf-Sterne-Chef Di Maio überworfen. Er greift nun nach der ganzen Macht
Lega-Chef Matteo Salvini hat sich mit Ministerpräsident Conte (l.) und Fünf-Sterne-Chef Di Maio überworfen. Er greift nun nach der ganzen Machtdpa

Nach nur 14 Monaten im Amt steht die populistische Regierungskoalition aus Fünf-Sterne-Bewegung und Lega in Italien vor dem Aus. Die Regierungskrise verschärft die Sorge um Italiens Wirtschaft zusätzlich.

Schon seit Wochen hatte es Streit zwischen den Regierungsparteien über Italiens politischen Kurs gegeben. Anfang August forderte die rechstpopulistische Lega von Innenminister Matteo Salvini schließlich ein Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Giuseppe Conte. So wollte Salvini Neuwahlen erzwingen, doch der italienische Senat lehnte das Votum ab. Stattdessen soll Conte nun am heutigen Dienstag über die Regierungskrise berichten. Was dann passiert, ist offen. Umfragen sehen die Lega von Matteo Salvini bei möglichen Neuwahlen vorne, allerdings scheint es auch möglich, dass eine Regierung ohne die Lega gebildet wird.

Regierungspolitik verschärft schlechte Wirtschaftslage

Die Mailänder Börse reagierte zunächst mit einem Kurssturz auf die Regierungskrise: Reihenweise fielen die Kurse allen voran von italienischen Banken und inlandsorientierten Unternehmen. Doch nicht nur bei den Anlegern, sondern auch bei Ökonomen mehren sich die Sorgenfalten. Der Internationale Währungsfonds rechnet mit einer stagnierenden Wirtschaftsentwicklung. Und eine populistische Regierung unter Führung Salvinis dürfte die Probleme wohl eher noch verschärfen. Der Lega-Chef will seine teuren Wahlversprechen über eine höhere Neuverschuldung finanzieren.

In der Eurozone geht die Angst um, dass sich Italien zu einem zweiten Griechenland entwickelt. Nur wäre Italien angesichts seiner wirtschaftlichen Bedeutung kaum zu retten. Die Folgen für die Eurozone wären unabsehbar.

Diese vier Grafiken veranschaulichen, wie es um Italiens Wirtschaft steht: