Podcast Coatinc-Chef Niederstein: „Keiner will die Karre vor die Wand fahren“

Paul Niederstein führt die Coatinc Company in der 17. Generation
Paul Niederstein führt die Coatinc Company in der 17. Generation
© picture alliance/dpa | Oliver Berg
Coatinc ist Deutschlands ältestes Familienunternehmen. Paul Niederstein stellt das vor die Frage, wie sich eine Firma mit so langer Tradition in die Zukunft führen lässt. Über seine Pläne spricht er im Podcast

Es gibt alte Familienunternehmen. Es gibt sehr alte Familienunternehmen. Und es gibt die Coatinc Company. Die Geschichte des Oberflächenveredlers von Stahl und Metall hat ihren Anfang in einer Schmiede aus dem Jahr 1502. Heute ist die Coatinc Company Holding ein international tätiger Metallverarbeiter mit 24 Tochterunternehmen, rund 2000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 200 Mio. Euro.

Seine lange Tradition spielt für das Unternehmen im Alltag eine wichtige Rolle. „Es ist ein Marketinginstrument“, bestätigt Paul Niederstein, geschäftsführender Gesellschafter in 17. Generation und ergänzt: „Vor allem für ein schmales Budget ist das natürlich vorteilhaft.“  Kunden sprächen ihn darauf an und auch in den Medien habe das Interesse an seinem Unternehmen durch die Firmengeschichte angezogen.

Wie alt seine Firma tatsächlich ist, erfuhr Niederstein erst vor wenigen Jahren, als er im Nachlass seines Vaters ein Buch über die frühe Firmengeschichte fand – datiert von 1502 bis 1929. Zusammen mit einem Historiker habe man die Firmenhistorie dann „eigentlich nur upgedatet“. 2019 kürte die Stiftung Familienunternehmen die Coating Company schließlich zum ältesten deutschen Familienunternehmen.

„Müssen noch unendlich viel nachholen“

Eine größere unternehmerische Verantwortung spüre Niederstein durch den Titel und das jahrhundertelange Erbe aber nicht. „Keiner möchte die Karre vor die Wand fahren – egal ob erste oder 17. Generation“, sagt er. Stattdessen konzentriere er sich als Geschäftsführer vor allem darauf, wie sich das Unternehmen gegen künftige Risiken aufstellen kann. „Ich glaube, wir müssen noch unendlich viel lernen“, sagt Niederstein. „Nicht weil wir geschlafen haben oder die Kompetenz nicht haben. Wir müssen beim Fundament noch sehr viel nachholen.“

Warum er bei der Unternehmenskultur eine wichtige Stellschraube für die Zukunft sieht, wieso sein Vater sich mit dem neuen Firmennamen anfangs gar nicht anfreunden konnte und welchen seiner Vorfahren er gerne einmal persönlich getroffen hätte, erzählt Paul Niederstein im Gespräch mit Tobias Rappers, Geschäftsführer des Maschinenraums, und Capital-Redakteur Nils Kreimeier in der neuen Folge von „Alles Neu...? Aus dem Maschinenraum“.

Alle Folgen von „Alles Neu…? Aus dem Maschinenraum“ finden Sie bei Audio NowApple Podcasts, und Spotifyund natürlich auf Capital-Podcast-Seite.


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