Binance-Gründer „Wie konnten 80 Mrd. Dollar verdampfen?“

Changpeng Zhao
Changpeng Zhao
© Roman Pawlowski
Binance ist die größte Börse für Kryptowährungen weltweit. Ihr Gründer Changpeng Zhao kämpft stetig gegen den Ruch des Unseriösen, der die Branche umgibt. Auch von dem großen Crash im Mai lässt er sich nicht abschrecken

Die Stimmung war noch gut, als Changpeng Zhao am 17. Mai in Hamburg eintraf. Besonders treue Fans hatte der Gründer der Kryptobörse Binance in das Hamburger Luxushotel Westin eingeladen. Der 44-Jährige ließ sich mit Anhängern fotografieren, lächelte viel, wirkte entspannt – auch, als er am nächsten Morgen auf der Fintech-Konferenz von Finance Foward und Capital auftrat, gab er nicht den CEO im Krisenmodus.

Dabei gibt es für die Kryptowelt seit Anfang Mai nur eine Richtung: abwärts. Zu der Zeit implodierte der Stablecoin Terra – und erschütterte die neue Finanzwelt. Beim Interview mit Changpeng Zhao Mitte Maiwar noch nicht klar, dass in der Folge auch andere milliardenschwere Krypto-Player ins Wanken geraten würden, darunter der Verleiher Celsius und der Fonds Three Arrows Capital. Viele Krypto-Start-ups wie Crypto.com entließen Mitarbeiter – das Wort „Kryptowinter“ fällt immer häufiger.

Binance betont seine Stärke: Gerade hat die Börse große Werbedeals mit Fußballstar Cristiano Ronaldo und dem Social-Media-Phänomen Khaby Lame verkündet. Die Börse stellt weiter Mitarbeiter ein und gibt an, aktuell mit 50 angeschlagenen Firmen über Übernahmen zu sprechen. „Nicht alle Projekte sind es wert, gerettet zu werden“, sagt der Binance-Chef.

In Hamburg nahm sich Zhao Zeit für ein langes Gespräch mit Capital: Er sprach über sein schrumpfendes Vermögen, stellte sich dem Vergleich mit Lehman Brothers und gab Auskunft über seine Expansionspläne für Europa.

Changpeng Zhao, das Wirtschaftsmagazin „Fortune“ zeigte Sie im April auf seiner Titelseite mit der Überschrift: „Der 74-Milliarden-Mann“. Wie müsste die Überschrift heute lauten?

Es sind nur noch 11 Mrd. Dollar aktuell. Das ändert sich sehr schnell.

Wie fühlt sich so ein Verlust an?

Um ehrlich zu sein, fühle ich mich heute nicht anders als zu dem Zeitpunkt, als über die 74 Milliarden geschrieben wurde. Es ist mir nicht wichtig.


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