PodcastBauunternehmer Goldbeck: „Elon Musk ist kein Mensch für Small Talk“

Für den Bau seiner Gigafactory beauftragte Tesla-Chef Elon Musk das Bauunternehmen Goldbeck
Für den Bau seiner Gigafactory beauftragte Tesla-Chef Elon Musk das Bauunternehmen GoldbeckIMAGO / ZUMA Wire

Als der Autobauer Tesla entschied, eine Fabrik ins Berliner Umland nach Brandenburg zu setzen, wählte Elon Musk für den ersten Teil des Baus ein deutsches Familienunternehmen aus: die Goldbeck GmbH, die es schon seit über 50 Jahren gibt. Goldbeck ist spezialisiert auf Gewerbeimmobilien, in Deutschland baut niemand mehr Parkhäuser oder Logistik-Hallen. Vor allem aber hat das Unternehmen schon früh eine Art Lego-Prinzip etabliert, mit dem sich Gebäude schnell und sehr flexibel erweitern lassen.

Und genau das – die Geschwindigkeit – überzeugte offenbar den Tesla-Chef. „Elon Musk ist sehr projektgetrieben. Das ist kein Small Talk-Mensch“, erzählt Goldbeck-Geschäftsführer Jan-Hendrik Goldbeck im Capital-Podcast „Alles Neu…? Aus dem Maschinenraum“. „Die erste Frage ist: How can we make things faster? Und eigentlich geht es nur darum.“

Jan-Hendrik Goldbeck ist geschäftsführender Gesellschafter der Goldbeck GmbH

Wenn Goldbeck über Musk spricht, dann hört man Respekt heraus – aber auch dass die Zusammenarbeit mit Tesla nicht immer leicht ist. „Es war ein extrem anstrengender Ritt für unsere Leute. Immer mit sehr viel Zeitdruck dahinter“, sagt er. Allerdings bringe das Prinzip Musks – immer aufs Tempo zu dringen – auch viele Vorteile mit sich. „Die deutsche Automobilindustrie würde an so einem Werk drei, vier Jahre lang rumplanen. Bis es einen Zustand gibt, der von der technologischen Ablaufidee funktioniert und abgestimmt ist. Wenn man Einkaufsprozess und Bauen dazu nimmt, liegen zwischen Idee und Realisierung vielleicht sechs Jahre“, sagt Goldbeck. „Musk macht das halt vielleicht in zwei oder drei Jahren. Und damit ist er dann dem Wettbewerb voraus.“

Digitalisierung – „ein Elfmeter ohne Torwart“

Im Podcast spricht Goldbeck auch über die Frage, warum sich das System seines Unternehmens mit digitalen Mitteln noch konsequenter umsetzen lässt. Bisher geht es darum, mit viel qualifiziertem Personal, Know-how, Planung und technischer Vorbereitung Bauvorhaben so anzugehen, dass sie am Ende rascher umgesetzt werden können.

All das aber lässt sich natürlich auf einer digitalen Plattform vereinen, weshalb Goldbeck sagt, die Digitalisierung sei für sein Unternehmen ein „Elfmeter ohne Torwart“. „Wir haben ein System. Und ein System ist nichts anderes als eine Verkettung von Wenn-Dann-Zuständen, wie beim Computer“, sagt Goldbeck. Im Silicon Valley hat das Unternehmen ein eigenes dauerhaftes Team aufgebaut, das die Aufgabe hat, bei Innovationen in der Baubranche am Ball zu bleiben.

Welche Ambitionen er in Kalifornien hat, wie sich die Nachfrage in der Pandemie entwickelt hat und warum er nach wie vor mit Lego spielt, erzählt Jan-Hendrik Goldbeck im Gespräch mit Tobias Rappers, Managing Director von Maschinenraum, und Nils Kreimeier, leitender Redakteur beim Wirtschaftsmagazin Capital.

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