NachfolgestreitArthur Darboven: „Es ist auch Teil meines Lebenswerks“

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Trotz Fairtrade denken die meisten beim Namen Darboven immer noch vor allem an Idee Kaffee. Schmerzt es Sie, wenn Idee Kaffee als Rentnermarke tituliert wird?

Ja, das ist nicht fair. Idee Kaffee ist ein gutes Produkt, aber es trifft eben nicht mehr den Nerv der Zeit. Früher funktionierte das Produktversprechen eines besonders magenfreundlichen Kaffees, heute nicht mehr. Heute verlangen die Kaffeetrinker entweder Premium, Lifestyle oder Fairtrade.

Was würden Sie machen?

Darboven hat noch drei andere  sehr erfolgreiche Marken: Mövenpick, Eilles und Café Intención. Alle drei laufen sehr gut – ich würde einfach den Fokus der Wahrnehmung und des Marketings auf diese drei Produktlinien legen.

Wenn der Erneuerungsbedarf so klar war, wieso haben sich die Fronten in der Familie so verkeilt?

Das Problem war aus meiner Sicht, dass die Diskussion in der Führung von Darboven, wie wir uns erneuern, unsere Marken wie Idee Kaffee weiterentwickeln, zu lange nicht vorangetrieben wurde. Das ist schade, denn viele Mitarbeiter haben sich ja Gedanken darüber gemacht.

Wie wichtig ist Idee Kaffee für Darboven heute noch?

Es ist, weiterhin, eine wichtige Marke. Aber das Wichtigste ist unser Name, Darboven macht den Unterschied, vor allem bei unseren vielen Tausend Kunden in der Gastronomie. Ich habe das oft genug erlebt, wenn ich mit denen sprach: Ich kam ja aus meiner letzten beruflichen Station in Mexiko, war mit Kaffee in El Salvador aufgewachsen und konnte alles von der Pflanze bis zur Tasse erzählen. Als Darboven kann ich Kraft meiner Person und meines Wissens etwas bewegen.

Wenn der Name so wichtig fürs Geschäft ist, schadet solch ein Streit nicht dem Unternehmen sehr?

Ja, selbstverständlich. Ich bin auch entsetzt, was gerade passiert. Vor allem: Darboven ist nicht das Lebenswerk eines Einzelnen, es ist das Lebenswerk von vielen. Von meinem Großvater, Urgroßvater, meinem Großonkel, meiner Tante und meinem Patenonkel. Die haben viel Liebe und Hingabe in das Unternehmen gesteckt. Wir sind eine Familienfirma – J.J. Darboven soll unabhängig und in Familienhand bleiben. So war die Charta der Darbovens.