NachfolgestreitArthur Darboven: „Es ist auch Teil meines Lebenswerks“

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Das erinnert an den Boom der Gin-Manufakturen. Wie eine Gegenbewegung zu den Imperien. Können die Kleinen denn bestehen?

Ja, unbedingt. Weil sich die Einstellung und die Erwartung der Konsumenten verändern. In Ländern wie Japan, den USA, Russland oder Mexiko sehen wir, was sich aus Kaffee- machen lässt: Dort wird er weit mehr geschätzt, die Zahlungsbereitschaft ist höher. Da werden auch hochwertige Kaffees gekauft und bessere Produktionsbedingungen wie Fairtrade höher honoriert.

Als Sie noch mit Ihrem Vater zusammengearbeitet haben, haben Sie bei Darboven eine Fairtrade-Linie eingeführt.

Café Intención, heute die erfolgreichste Fairtrade-Marke in Deutschland. Darauf bin ich nach wie vor sehr stolz.

Über den Bruch mit Ihrem Vater gibt es zwei Versionen: Die eine besagt, Sie hätten sich über einen Erotik-Kaffee zerstritten …

Endlich, darauf habe ich gewartet …

Bitte, klären Sie uns auf.

Das rücke ich gern zurecht. Coffee Erotic war ein Konzept für die Szenegastronomie: Ein schwarze Tüte in der Silhouette einer nackten Frau mit entsprechenden Tassen und Zuckertütchen. Natürlich, es war etwas angehaucht. Aber alle Führungsgremien inklusive meines Vaters waren dafür. Nein, das war sicher nicht der Grund. Dafür waren die Auswirkungen des Coffee Erotic auch zu gering, es war letztendlich nicht mehr als ein attraktives Produkt für die Gastronomie.

Andere sagen, es ging um eine Reise mit dem Bundespräsidenten.

Mir hat mal ein Aufsichtsrat gesagt, dass meine Begleitung des Bundespräsidenten Horst Köhler nach Lateinamerika den Ausschlag gegeben hat. Plötzlich rief das Bundespräsidialamt an und fragte, ob ich den Bundespräsidenten begleiten wolle: Ich fragte, ob Sie wirklich mich meinten – Albert und Arthur verwechseln viele. Aber der Mitarbeiter sagte, ich sei doch der Experte für Fairtrade und man hätte mich bei einem Vortrag beobachtet.

Also sind Sie mitgefahren.

Ja, auf der Reise waren nur noch zwei weitere Unternehmer: Anton-Wolfgang von Faber-Castell und Dr. Götz Werner, der Chef der Drogeriemarktkette DM.

Für Ihren Vater das Zeichen: Der Sohn übernimmt die Firma.

So in etwa haben es mir Mitarbeiter später geschildert.