NachfolgestreitArthur Darboven: „Es ist auch Teil meines Lebenswerks“

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Andreas Jacobs stammt aus der gleichnamigen Kaffeedynastie. Albert Darboven will ihn adoptieren und ihm seine Firma anvertrauen
Andreas Jacobs stammt aus der gleichnamigen Kaffeedynastie. Albert Darboven will ihn adoptieren und ihm seine Firma anvertrauen (Foto: dpa)

Haben Sie mit Herrn Jacobs einmal gesprochen?

Ja, vor einem Jahr im August. Wir sprachen unter anderem über das Unternehmen Darboven. Meine und seine Philosophie deckten sich da nicht. Ich habe den Eindruck, dass er Darboven eher als Investment denn als Lebensaufgabe sieht.

Ist er für Sie eine Art trojanisches Pferd oder Kuckucksei?

Ich habe über so ein Bild zwar noch nicht nachgedacht, aber ja, es fühlt sich so an.

Sie sind vor einiger Zeit gemeinsam mit Ihren Cousins und Ihrer Tante mit einem Brief an die Öffentlichkeit getreten. Warum?

Wir wollten unsere Sicht der Dinge darlegen, weil in unserem Umfeld recherchiert wurde.

Sie ziehen also an einem Strang?

Ja, aber wir wollen keine Front sein, wir wollen auch meinem Vater gar nichts Böses. Er ist der Chef der Firma, und wenn er weitermacht, bis er 100 Jahre alt ist, soll er das bitte tun. Wir wollen lediglich mit meinem Vater reden und die Zukunft gemeinsam gestalten. Bloß gehören dazu immer zwei Seiten.

Haben Sie noch Kontakt?

Leider nein. Im Gegenteil, wir werden sogar aus der Geschichte des Unternehmens getilgt. In der Jubiläumsschrift zum 150. Geburtstag des Unternehmens fanden mein Onkel und ich gar nicht statt, mein Großonkel Nikolaus war kaum erwähnt.

Das klingt ja fast nach Sowjetunion, wo in Ungnade Gefallene aus Fotos retuschiert wurden …

In der Chronik auf unserer Homepage tauche ich auch nicht mehr auf. Vor ein paar Jahren war ich noch drin. Jetzt gibt es mich dort nicht mehr. Dabei ist J.J. Darboven auch ein Teil meines Lebenswerks.

Haben Sie es mal mit Mediatoren versucht?

Ich habe am Anfang alles versucht. Leider haben wir keine gemeinsamen Freunde, die nah genug an dem Unternehmen dran sind, um zu vermitteln. Mein Vater lebt in seiner eigenen Welt.

Ihre Vettern und Sie halten zusammen 42,5 Prozent der Anteile. Wie sollte mit diesen verhärteten Fronten die Firma geführt werden?

Ein Unternehmen wie Darboven kann nur mit Harmonie geführt werden. In dem sich abzeichnenden Fall aber, noch dazu mit so knappen Mehrheitsverhältnissen, ist keine Harmonie möglich. Wenn Herr Jacobs Chef und Mehrheitsgesellschafter von Darboven würde, wäre das für uns mehr als ein Affront.