Versicherungen5 Thesen zum Rekord-Deal des Insurtechs Clark

Neue Player auf dem Versicherungsmarkt: Clark ist ein Online-Versicherungsmakler
Neue Player auf dem Versicherungsmarkt: Clark ist ein Online-Versicherungsmakler

Die Versicherungsbranche ist einerseits nicht so das Thema von Finanz-Szene.de. Andererseits: Wer Fintech sagt, kann bei Insurtech nicht immer nur schweigen. Zumal es ja kluge Köpfe gibt, die spätestens seit der N26/Allianz-Nummer sagen, die Dinge gehen wieder mehr in Richtung Allfinanz. Darum also auch unser Senf in Form von fünf Thesen zur 30-Mio.-Dollar-Finanzierung für den Frankfurter Online-Versicherungsmakler Clark:

  1. Die „Winner takes it all“-Tendenz, die in vielen anderen Fintech-Kategorien zu beobachten ist (siehe etwa Scalable bei den Robos), scheint auch für die Insurtech-Makler zu gelten. Denn die einstigen Rivalen Knip und Getsafe dürfte Clark jetzt endgültig abgehängt haben.
  2. Trotzdem gilt für Clark als Insurtech natürlich in hochdosierter Form, was in niedrigerer Dosierung auch für manche Banken-Fintechs gilt: Der eigentliche Gegner sind nicht die Knips dieser Welt, sondern Check24. In diesem Kontext zeigt das Clark-Funding: Es gibt Investoren da draußen, die den Münchner Riesen für angreifbar halten bzw. die davon ausgehen, dass es sich für deutsche Insurtechs durchaus auch neben Check24 leben lässt.
  3. Nicht alles, was der Fintech-Inkubator Finleap macht, wird zu Gold (siehe Savedo), aber gemessen an den jüngsten Funding-Runden (erst Solarisbank, jetzt Clark …) wird doch mehr zu Gold, als man statistisch vermuten würde. Nicht die schlechteste Nachricht für den Fintech-Standort Deutschland.
  4. Der 2018er-Trend, dass deutsche Fintechs endlich auch mal richtig fett funden (N26, Solarisbank), setzt sich mit Clark zumindest so ein bisschen fort. Auch das, siehe oben, ist eine gute Nachricht für den Fintech-Standort.
  5. Eingedenk der Tatsache, dass dieser Tage auch ein anderes Insurtech (nämlich Ottonova) ein (weiteres) zweistelliges Millionen-Funding angekündigt hat, stellt sich bald ja auch vielleicht mal die Kardinalfrage: Steckt in der Versicherungsbranche am Ende vielleicht ein höheres Disruptionspotanzial als in der Bankenindustrie?