UhrenDie Top-Uhrenmarken

Hinter der Schweizer Uhrenbranche liegt erneut kein leichtes Jahr: Der Franken-Schock ist zwar verdaut, aber die Chinesen kaufen nach wie vor weniger Uhren. Bleibt die dritte Front, der Angriff der Smartwatches.

Dort immerhin gibt es Entwarnung: Die Prognose scheint sich zu bestätigen, dass es zwischen smarten und mechanischen Uhren auf eine friedliche Koexistenz hinausläuft. Bloß nicht nervös werden, raten auch Deutschlands renommierteste Uhrenhändler. Nur etwa jeder zehnte ist der Ansicht, dass den Luxusuhren ernsthaft Konkurrenz aus dem neuen Segment erwächst.

Dennoch schläft die Branche nicht. Montblanc, Frédérique Constant und Tissot haben Modelle ins Rennen geschickt. Vor gut einem Jahr wurde die „Connected Watch“ von TAG Heuer gelauncht, mit 1350 Euro doppelt so teuer wie die Apple Watch – ein überraschender Erfolg: Schnell waren die ersten Auflagen ausverkauft. Die Marke ist prompt im diesjährigen Uhrenkompass in die Spitzengruppe der Kategorie „Innovation“ gewählt worden, gleichauf mit Omega und Breitling und nur knapp hinter Spitzenreiter Hublot. Die Experten mögen allerdings auch eine andere Leistung von TAG Heuer im Kopf gehabt haben: den neuen Tourbillon für weniger als 20.000 Euro – ein Preisbrecher.

Hinter dieser Leistung steckt eine Menge Kapital des Mutterkonzerns LVMH – was nicht bedeutet, dass die Familienunternehmen Innovationen scheuen. Im Gegenteil: Fast zwei Drittel der befragten Experten halten sie sogar für innovationsfreudiger. Im Capital-Markenranking der 36 Luxusuhrenmarken erzielt etwa die von der Familie Schneider geführte Traditionsmarke Breitling überdurchschnittliche Werte für Erfindergeist. Daneben zwei weitere unabhängige Manufakturen: die deutsche Marke Nomos sowie der Branchenprimus Patek Philippe, geführt von der Familie Stern.

„Deutsche Marken sind immer attraktiver geworden“

Seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass sich deutsche Marken gegenüber der Schweizer Vormacht im Ranking besser behaupten. Drei Viertel der Juweliere bestätigen jedenfalls, dass deutsche im Vergleich zu Schweizer Uhren preisgünstiger sind. Zudem stimmen 90 Prozent der Aussage zu: „Deutsche Marken sind immer attraktiver geworden.“

Die Wertbeständigkeit ist seit jeher eines der wichtigsten Kaufargumente. In dieser Kategorie führt Rolex das Feld an – gefolgt von Patek Philippe. Auch Kunden schätzen es offenbar, wenn Marken von Familien geführt werden: 84 Prozent der Experten stimmen der Aussage zu.

Natürlich gelingt es auch ohne Familie, die Tradition einer altehrwürdigen Marke zu bewahren. Immerhin landet die Glashütter Manufaktur A. Lange & Söhne – sie gehört neben Marken wie Cartier und IWC zur Richemont-Gruppe – erstmals im Uhrenkompass gleichauf mit Patek Philippe auf Platz eins. Knapp dahinter: Breguet, das zwar der großen Swatch Group gehört, aber doch ein wenig den Flair eines Familienunternehmens bewahrt hat. Was nicht zuletzt am Vizechef liegt: Emmanuel Breguet, zuständig für Geschichte und Strategie der Marke, ist Nachkomme des legendären Uhrmachers Abraham-Louis Breguet in achter Generation. Mit dieser Tradition im Rücken lässt sich doch auch eine schwache Konjunktur sicher abfedern.

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