VG-Wort Pixel

Ratgeber Was sie vor dem E-Auto-Kauf wissen sollten

E-Autos gewinnen angesichts der steigenden Spritpreise an Beliebtheit.
E-Autos gewinnen angesichts der steigenden Spritpreise an Beliebtheit.
© IMAGO / Geisser
Dem Stromer gehört die Zukunft – aber lohnt sich der Umstieg schon jetzt? Was gibt es beim Kauf zu beachten? Und was wird gefördert? Der E-Auto-Ratgeber von Capital gibt Orientierung

Wann lohnt sich der Umstieg?

Seit einigen Wochen steigt bei Autohändlern die Nachfrage nach E-Autos – kein Wunder, kann man mit ihnen die derzeit enorm hohen Spritpreise umgehen. Aber auch sonst kann sich der Umstieg vom Verbrenner auf ein Elektro-Auto schnell lohnen: Beachtet man nicht nur Kosten für die Anschaffung, sondern auch für die Wartung des Fahrzeugs, sind sie heute schon oft günstiger.

Das liegt unter anderem daran, dass E-Autos seltener gewartet werden müssen, auch die Fahrtkosten selbst sind geringer als beim Verbrenner. Außerdem sind sie für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

Welche Förderungen gibt es?

Wer sich ein E-Auto kauft, kann von einer staatlichen Kaufprämie profitieren. Für Autos mit einem Nettolistenpreis unter 40.000 Euro bekommen Käufer 6000 Euro, liegt der Nettolistenpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro, sind es noch 5000 Euro. Hinzu kommt eine Prämie seitens des Herstellers: Der steuert noch einmal 3000 beziehungsweise 2500 Euro bei. Gefördert werden können Neuwagen, die nach dem 3.6.2020 zugelassen wurden und Gebrauchtwagen, die erstmals nach dem 4.11.2019 zugelassen wurden und deren Zweitzulassung nach dem 2.6.2020 erfolgt ist.

Außerdem muss das Auto mindestens sechs Monate lang auf den Besitzer in Deutschland zugelassen sein. Auch, wenn man kein E-Auto kauft, sondern sich für Leasing entscheidet, kann man von der Umweltprämie profitieren: Sie wird mit der Leasing-Rate verrechnet. Plug-In-Hybride können eine Förderung von insgesamt bis zu 6750 Euro erhalten.

Wie umweltfreundlich sind E-Autos wirklich?

Entscheidend für die Umweltfreundlichkeit von Elektro-Autos ist der Strom, mit dem das Auto aufgeladen wird: Stammt der nicht aus erneuerbaren Energien, sondern zum Beispiel aus Kohle, ist es nicht weit her mit der Nachhaltigkeit. Doch bei dem derzeitigen Strommix in Deutschland fahren E-Autos bereits klimafreundlicher als Verbrenner.

Und dann ist da noch die energieintensive Batterieherstellung. Über ihren gesamten Lebensweg hinweg verursachen E-Autos aber trotzdem deutlich weniger Treibhausgasemissionen als Verbrenner: für ein E-Auto der Kompaktklasse sind es etwa 30 Prozent weniger als bei einem vergleichbaren Benziner und immerhin noch 23 Prozent weniger als bei einem vergleichbaren Diesel-Fahrzeug.

Wie praktikabel ist die Umstellung aufs E-Auto?

Das kommt ganz darauf an, wofür man das Auto im Alltag nutzt. Entscheidend sind vor allem zwei Kriterien: die Fahrtdistanz, die man zurücklegen möchte und die Lademöglichkeiten. Zur Fahrtdistanz: Das Tesla Model 3, zum Beispiel, schafft mit einer Tankladung fast 500 Kilometer – allemal genug für ein stressfreies Pendeln zur Arbeit.

Aber auch 500 Kilometer sind irgendwann gefahren – und dann muss das Auto aufgeladen werden. Und auch wenn es inzwischen Schnelllademöglichkeiten gibt, dauert das länger als eine Tankfüllung für einen Verbrenner.

Wer also auf ein E-Auto umsteigt, sollte sich vorher überlegen, wo und wann er sein Auto aufladen kann: Gibt es genügend Ladestationen am Wohnort und Arbeitsplatz? Lohnt sich vielleicht die Installation einer Wandladestation in der heimischen Garage?

Wer sicher sein möchte, nicht plötzlich mit leerem Akku dazustehen, kann auf ein Plug-in-Hybrid-Modell setzen. Vom Aufladen ist man aber auch hier nicht entbunden: Denn wenn man die meiste Zeit im Verbrenner-Modus fährt, verursacht man unter Umständen sogar mehr Emissionen, als wenn man einen effizienten Verbrenner fahren würde.

Was gibt es beim Kauf zu beachten?

Batterien treiben den Preis von E-Autos in die Höhe. Wer also kein Auto mit besonders großen Reichweiten benötigt, sollte auf einen kleineren Akku setzen. Das ist günstiger und nebenbei auch noch umweltfreundlicher.

Außerdem sollten Käufer sich bewusst sein, dass sie ein gewisses Risiko eingehen: Es ist schlicht nicht klar, wie sich der Wert von E-Autos in Zukunft entwickeln wird. Wer dieses Risiko nicht eingehen möchte, kann auch ein E-Auto im Abo-Modell mieten. Steuern, Wartung und Versicherung sind dann inklusive – Fahrer zahlen nur noch den Strom.


Mehr zum Thema



Neueste Artikel