TrendsTechnik für draußen

Alles hat seine Zeit. Das Ernten und das Säen. Das langsam verklingende Jammern über das apokalyptische Sausackjahr 2016 und das wieder anschwellende Lamento über diesen unerträglich fiesen Winter, was mir insofern nicht recht einleuchten mag, da die moderne Großstadtfamilie doch ohnehin nur in kompletter Outdoor-Montur vor die Tür tritt – selbst bei liebreizender Witterung, wobei das ein Begriff ist, den man in Hamburg etwas weiter fasst als in den tropischeren Gefilden der Republik, also sagen wir mal Köln.

Wann ist im Norden Straßencafé-Wetter? Einfache Faustregel: So lange die Hand nicht am Glas festfriert, platziert man sich lässig mit Sonnenbrille vor dem Etablissement. Vertreter der reinen Lehre unterstreichen die Dolce-Vita-Inszenierung mit todesverachtend offenstehendem Mäntelchen (Parole: Sommer ist, was du draus machst), inzwischen scheint sich aber doch eher die Parkafraktion mit den Fellkapuzen durchzusetzen.

Nun steht es ja jedem frei, sich so zu kleiden, als würde nicht der sitzbeheizte SUV um die Ecke parken, sondern ein expeditionsbereiter Hundeschlitten, um den sich schon voller Ungeduld das Husky-Rudel balgt. Aber wie schnell gerät die Jack-London-Inszenierung ins Wanken, wenn die Unterhaltungstechnik ins Spiel kommen! Da wird das filigrane iPhone aus den Tiefen der Parkatasche geklaubt und mit nackten, steifen Fingern ungelenk betastet. Ganz falsch! Zur Polarjacke gehört zwingend ein voluminöser Prankenhandschuh, den es – zum Beispiel in der Etip-Serie von The North Face – auch in Touchscreen-tauglichen Versionen mit leitfähigem Material an den Fingerspitzen gibt.

gepanzerte Android-Smartphones

Nun rutscht so ein graziles Smartphone schneller aus dem Handschuhwulst als die weiße Frau aus King Kongs schwitziger Gorillafaust. Daher rate ich zum Erwerb einer stark auftragenden Schutzhülle, in deren Name nach Möglichkeit die Begriffe „Tactical“ oder „Extreme“ vorkommen sollten. Gute Adressen sind hier Tech21, G-form oder Life Proof. Alternativ sei die Telefonsparte des Baumaschinenherstellers Caterpillar empfohlen, deren wulstig gepanzerte Android-Smartphones auch als Deichbauwerkzeug taugen. Besonders an Herz legen möchte ich Ihnen das aktuelle Modell S60, mit dessen eingebauter Wärmebildkamera Sie auch nachprüfen können, wo die Baufirma bei Ihrem Townhouse an der Isolierung gepfuscht hat.

Wem auch das noch nicht brachial genug ist: Panasonics Toughpad-Serie bietet ein Sortiment an stark gepanzerten Windows-Tablets, die für den Einsatz auf Ölbohrplattformen und in anderen Arbeitsumgebungen zugelassen sind, in denen sich die meisten Capital-Leser nur unter Protest aufhalten würden.

Schlüsselbegriffe wie „Extreme“, „Tactical“ und „Stealth“ helfen auch bei der Auswahl der passenden Technik-Accessoires. Ladekabel zum Beispiel: Warum in gebückter Haltung mit einem anämischen USB-Kabelchen auf Steckdosensuche gehen, wenn man den Allwetter-Akku Powermonkey Extreme nebst dazugehöriger Solarzelle auf dem Cafétisch aufbauen kann und sich in endzeitbereiter Energie-Autarke üben kann?

Eine weitere Stromreserve bieten die Akkus der 8 Kilogramm leichten Bluetooth-Box Braven BRV-XXL im formschönen Tarnkappenbomber-Design, die laut Herstellerangabe bis zu 14 Stunden Ihr Outdoor-Wintergrillen beschallt. Und falls Ihnen da doch langsam Angst vor ernsteren Frostschäden kommt: Die elektrisch beheizbaren Socken, Westen, Nierengurte und Schuheilagen des deutschen Herstellers Lenz können Sie per App jederzeit diskret hochfahren.

Bluetooth-Box Braven BRV XXL

Schutzhülle Evo Tactical Extreme

Robustes Tablet Panasonic Toughpad

Ladegerät Powermonkey Extreme

Smartphone Caterpillar S60