KunstkompassSabine Moritz und Georg Baselitz: die Capital-Editionen 2019

Georg Baselitz hat zwei Werke für die Capital-Edition geschaffen
Georg Baselitz hat zwei Werke für die Capital-Edition geschaffendpa

In ihrem Kölner Atelier herrscht reges Treiben, zwischen skizzenbeladenen Schreibtischen und großformatigen Ölbildern arbeitet Sabine Moritz mit Hochdruck. Im September erst glänzte in Paris ihre Vernissage in der Marian Goodman Gallery; Anfang November schon eröffnet Moritz’ erste Einzelausstellung in einer ostdeutschen Institution, der Kunsthalle Rostock – mit Ölbildern und Zeichnungen aus diversen Werkphasen seit 1991: Stillleben, Landschafts-, Kriegs- und Menschenbilder, dazu neue Abstraktionen.

Das weckt Neugier, denn Sabine Moritz ist 1969 in der DDR geboren, in Quedlinburg. 1985 verließ ihre Mutter mit den drei Kindern die DDR, Moritz studierte ab 1989 Malerei zunächst in Offenbach und wechselte dann an die Kunstakademie Düsseldorf, wo sie ab 1992 zur Klasse von Gerhard Richter gehörte. Seit 1995 ist sie mit Richter verheiratet, sie lebt und arbeitet mit ihm in Köln.

Sabine Moritz’ dynamische Bilder zeigen eine breit gefächerte Palette ambivalenter Motive: leicht hingetupfte Blumenstillleben, Kinderporträts, Plattenbauten; verstörende Kriegsszenen, Soldaten, Flugzeuge. Die Motive findet sie auch in ihren Erinnerungen an die DDR, an die „Atmosphäre von Angst, Willkür und diffuser Bedrohung“.

Warum der Fokus auf das Dunkle? „Ich mache sichtbar, was zusammengehört“, sagt sie, „auch die düsteren Seiten. Ich bin kein Innendekorateur, der für perfektes Design sorgt.“ Die beklemmenden Sujets verlieren jedoch ihre Schwere, da Moritz mit übereinandergelegten Farbschichten und pastelligen Schlieren, Tupfen und Flecken das Bedrohliche verwischt. „Ich will die Dinge gegen die Dominanz des Motivs bürsten“, sagt sie.

Genau das hat sie auch in ihrer Edition für den Capital-Kunstkompass getan, mit den farbigen Radierungen „Rose“ und „Helikopter“.

Ambivalente Motive ziehen sich durch Sabine Moritz’ Werk – auch in ihren Radierungen „Rose“ und „Helikopter“ für die Capital-Edition.
Ambivalente Motive ziehen sich durch Sabine Moritz’ Werk – auch in ihren Radierungen „Rose“ und „Helikopter“ für die Capital-Edition (Foto: Georgios Michaloudis, Köln)

Ebenfalls zwei Werke für die Kompass-Edition hat Georg Baselitz geschaffen – der just im Mai dieses Jahres einen Ritterschlag erster Klasse erlebte. In Venedig, in der Gallerie dell’Accademia, dem Museum für alte Meister, wurde der deutsche Maler, Grafiker und Bildhauer mit einer umfassenden Retrospektive gefeiert – als erster lebender Künstler. Über 40 großformatige figurative Bilder, dazu Zeichnungen und drei kraftvolle Skulpturen demonstrierten seine Entwicklung. Der 81-Jährige trocken: „Ich habe mir große Mühe gegeben.“

Der Erfolg ist hart erkämpft: als Hans-Georg Bruno Kern 1938 in Deutschbaselitz bei Dresden geboren, studierte er Kunst in Ostberlin, wurde dort aber bald wegen „gesellschaftspolitischer Unreife“ gefeuert. Das Studium setzte er 1957 in Westberlin fort, wo er 1961 den Künstlernamen Georg Baselitz annahm.

„Ich bin in eine zerstörte Ordnung hineingeboren worden. Ich war gezwungen, alles infrage zu stellen“, sagt er. Aus Protest gegen den herrschenden sterilen Akademismus tobte er seine Wut mit expressiven, teilweise obszön bemalten Leinwänden aus, die prompt bei seiner ersten Westberliner Ausstellung die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte.

1×969 entwickelte Baselitz sein Markenzeichen und stellte seine Motive auf den Kopf. Der Siegeszug der Neuen Wilden in den 80er-Jahren verhalf ihm schließlich zu Weltruhm, der sich natürlich auch im Kunstkompass niederschlägt: Von 1988 bis 1991 führte er das Ranking der 100 Größten an.

Für die aktuelle Kompass-Edition gestaltete der brillante Techniker eine zweiteilige Radierung, die seine jahrelange Auseinandersetzung mit dem japanischen Holzschnitt­meisters Katsushika Hokusai (1760–1849) reflektiert – dem laut Baselitz „weltberühmtesten Künstler, den keiner kennt.“

Georg Baselitz’ Auseinandersetzung mit dem Künstler Katsushika Hokusai: Baselitz kombiniert das Motiv der Hand mit seiner Interpretation eines späten Selbstporträts des 83-jährigen Hokusai.
Georg Baselitz’ Auseinandersetzung mit dem Künstler Katsushika Hokusai: Baselitz kombiniert das Motiv der Hand mit seiner Interpretation eines späten Selbstporträts des 83-jährigen Hokusai (Foto: Jochen Littkemann, Berlin)

 


Exklusiv für den Kunstkompass hat Georg Baselitz eine Edition in einer Auflage von 24 Exemplaren gestaltet: „Hokusai und eine Hand“, 2019.
Drucktechnik: Strichätzung und Aquatinta von zwei Platten in Rot auf einem Bogen Hahnemühle-Bütten (300 g/qm).
Gesamtblattgröße: 49 x 67,5 cm.
Capital-Leser erhalten die Edition zum Vorzugspreis von 3600 Euro (zzgl. MwSt. und Versand).

Ebenfalls exklusiv hat Sabine Moritz zwei Editionen in einer Auflage von je 20 Exemplaren gestaltet: „Rose“ sowie „Helikopter“.
Drucktechnik: farbige Radierungen, mit Ölkreide übermalt, Unikatcharakter, Gesamtblattgröße: 54 x 38 cm.
Der Sonderpreis beträgt hier jeweils 580 Euro (zzgl. MwSt. und Versand). Beide Werke zusammen im Set für 980 Euro (zzgl. MwSt. und Versand).

Kaufen können Sie die Kunstwerke über den Capital-Shop: shop.capital.de. Dort finden Sie alle weiteren Infos zur Bestellung. Alle Werke werden in der Reihenfolge des Bestelleingangs vergeben.