Stilfragen„Maßanfertigungen sind der Schlüssel für die Büromode“

François Chambaud
François Chambaud


François Chambaud ist Geschäftsführer der Pariser Herren-Maßkonfektion Atelier NA


Capital: Wie sieht für Sie moderne Businessmode aus?

François Chambaud: Komfort, Stil und Effizienz. Looking good, feeling good! Das ist der Grund, warum Maßanfertigungen der Schlüssel für eine erfolgreiche Business-Garderobe sind: Anzüge sollten nicht die Bewegung einengen, sondern bestärken und Ihre besten Seiten hervorheben.

Was sind Dos and Don’ts im Büro – ganz gleich ob an der Rezeption, in der Buchhaltung oder auf der Vorstandsetage?

Ich persönlich bin kein Freund von kurzärmeligen Hemden oder abgeschnittenen Hosen. Beides kommt und geht in der Mode, aber ich finde es immer etwas verstörend anzuschauen, wenn jemand so im offiziellen Kontext herumläuft.

Was sind die wichtigsten neuen Trends der kommenden Saison für Businessmänner und – frauen?

Dicke, schwere Stoffe und doppelreihige Anzüge mit spitzen Revers sowie Rollkragenpullover für den Herrn. Bei den Frauen gibt es in dieser Herbst/Wintersaison eine Tendenz zu dekonstruierter Männermode.

Welche Klassiker sollte jeder Mann in seinem Kleiderschrank haben?

Einen Stapel frischer, weißer, maßgeschneiderter Hemden. Variieren dürfen gern die Krägen, Aufschläge und Stoffe, etwa ein Oxford-Modell für den Casual-Tag und Piqué für formelle Anlässe.

Stil ist nur mit gutem Benehmen und einer Portion Hingabe perfekt.

François Chambaud

Welches Modestück verdient Ihrer Meinung nach ein Revival?

Jede Version von Jacken und Mänteln mit übergroßen, spitzen Revers! Das lässt Männer sehr elegant und „mächtig“ aussehen.

Wer ist und bleibt für Sie ein modisches Vorbild, wer verdient Ihr Prädikat „Stilikone“?

Ich habe nicht wirklich eine Stilikone. Dafür bewunderte ich immer meinen Großvater, weil er sich jeden Tag die Mühe gemacht hat, sich wie ein Gentleman anzuziehen. Denn Stil ist nur mit gutem Benehmen und einer Portion Hingabe perfekt.

Welche modische Anschaffung war Ihr bester Kauf/das langlebigste Geschenk?

Für den Alltag trage ich meistens Stücke von unseren maßgefertigten Basics. Bei allem anderen wie Schuhen, Accessoires und Uhren verlasse ich mich auf meine Frau. Was ich besonders wertschätze, hat meistens sie ausgesucht. Dazu gehören ein Paar Perlmutt-Manschettenknöpfe von Dunhill, eine goldene „Portofino“ von IWC und Penny Loafer von Bottega Veneta.

Jenseits des Dresscode: In welchem Outfit gehen Sie am Samstag zum Bäcker?

In einem Kaschmirpulli mit einem geknöpften Kragen, dazu weiche, maßgeschneiderte Chinos in allen Farben und mittelbraune Loafers. Wenn es regnet, werfe ich mir noch meinen Mackintosh Trenchcoat über – der ist wahnsinnig praktisch, um mein Portemonnaie, mein Handy und mein Vesper zu verstauen.

Ihre größte Stilsünde war …?

Pinke und violette Hemden. Eine schmerzvolle Erinnerung vom Internat!

Wie kaufen Sie Mode: in der Boutique, im Kaufhaus oder online? Begründen Sie bitte Ihre Wahl.

Als Konsument glaube ich an Qualität, Handwerk und Effizienz. Ich suche immer nach Marken, die in bestimmten Produktkategorien ganz vorn liegen. Bei Smartphones beispielsweise entspricht das iPhone meinen Anforderungen – und genau so gehe ich auch bei Mode vor. Für Schuhe gehe ich zu Church’s, für einen Trenchcoat zu Burberry. Meine übrige Kleidung kaufe ich bei Atelier NA und frische sie jede Saison mit neuen Stoffen und Mustern auf.

Kurz & knapp: Krawatte oder Fliege?

Fliege! Aus einfachem weißen Piqué, schwarzem Satin oder aus Samt.

Rasur: trocken oder nass?

Trocken trimmen.

Anzug: Doppel- oder Einreiher?

Für mich den Doppelreiher, bitte!

Kaschmirmantel oder Outdoor-Jacke?

Kaschmirmantel natürlich!

Barfuß oder Lackschuh?

Barfuß auf Bali!

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