LesestoffKourosh Mansory - der Autodidakt

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Wo Mansory drin ist, steht auch Mansory drauf
Wo Mansory drin ist, steht auch Mansory drauf
© Ériver Hijano

Optik und Individualität

Sein mattschwarzer Lamborghini Aventador aus Carbon ist ein Einzelstück, entwickelt von Mansory nach den persönlichen Vorstellungen des Kunsthändlers. Die Leistung wurde auf 830 PS gepuscht. In 8,4 Sekunden beschleunigt der Bolide auf 200 Stundenkilometer und in 23,4 Sekunden auf 300. Wem der futuristische Flitzer gehört, daran möchte James Stunt keine Zweifel aufkommen lassen. Das Nummernschild lautet: „S7UNT“.

„Den Kunden geht es ganz klar um Optik und die Individualität“, sagt Mansory. Das Interieur aus Rochenhaut? Kein Problem. Auch Krokoleder war mal hip. „Wir machen alles möglich“, sagt Mansory. Nur bei jedem dritten Auto soll auch die Leistung des Motors gesteigert werden. Dann kitzelt Mansory beispielsweise aus dem 460-PS-starken V12-Motor des Rolls-Royce mit zwei zusätzlichen Kompressoren 600 PS heraus. Oder peitscht die Leistung eines Ferrari um weitere 100 PS nach oben.

Kunden reisen im Heli an

Nur selten verirren sich die Kunden in Mansorys Werkstatt. Der Kontakt wird über Zwischenhändler auf dem ganzen Globus oder auf Messen eingefädelt. Die Kommunikation läuft über Telefon und E-Mail. Manchmal jettet Mansory aber auch in den Orient, trinkt in den Palästen Tee und bespricht die Wünsche der Scheichs persönlich. Die Wagen werden per Luftfracht und LKW geliefert. Kommen doch einmal Besucher, dann reisen sie oft mit dem Helikopter an. Für den Landeplatz auf seinem Firmengelände musste Mansory lange mit den Behörden kämpfen.

Bringt heute ein Luxushersteller ein neues Modell auf den Markt, ist Mansory meist einer der ersten Kunden. Jedes Jahr kauft er 20 bis 25 Neuwagen, tunt sie, stellt sie später auf den Messen in Genf, Los Angeles und Dubai aus und verkauft sie.

Dafür beschäftigt er inzwischen sogar drei eigene Automobildesigner. Zunächst werden die Wagen gescannt. Mit Spezialkameras tasten sie den Body ab, am Computer entsteht ein 3D-Modell. Das dauert einen Tag. Anschließend werden die Autos zerlegt – und jedes einzelne Teil ebenfalls gescannt.