LesestoffKourosh Mansory - der Autodidakt

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Jedes Auto, das Mansory tunen soll, wird zunächst filettiert
Jedes Auto, das Mansory tunen soll, wird zunächst filettiert
© Ériver Hijano

Die Hassliebe der Hersteller

Die Begeisterung war groß. Nur nicht im britischen Crewe, wo Bentley seinen Sitz hat. Dort arbeiteten bereits Anwälte an einer Klage. Drei Jahre dauerte der Markenrechtsstreit. Dann einigten sich die Kontrahenten und pflegen seitdem ein freundschaftliches Verhältnis. Elf verschiedene Modifikationen der britischen Klassiker bietet Mansory mittlerweile an. Dabei muss der Vitesse Rosé für jeden Liebhaber britischen Stils wie ein Stich ins Herz sein. Ein Continental GT Speed – mit schwarzer Carbon-Haube, ansonsten ein Albtraum in Rosa.

Die Einigung mit Bentley ist typisch für das Verhältnis zwischen Mansory und den Edelherstellern. Eigentlich sind die Kreationen des Persers aus der Oberpfalz für sie ein Schlag ins Gesicht. Jahrelang tüfteln ihre Designer und Entwickler an einem neuen Modell, sie sind stolz auf ihre Wagen, ihre Leistung. Und dann kommt der Kunde und vermittelt ihnen das Gefühl: Ganz nett, aber da muss noch Mansory ran.

Wie ein skrupelloser Chirug

Der zerlegt den Wagen bis aufs Gerippe, ersetzt markante Teile durch seine Entwürfe, putscht den Motor auf. Mansorys Arbeit erinnert an einen skrupellosen Schönheitschirurgen, der alles macht, was der Kunde will. Auch wenn andere schon den Kopf schütteln.

Aber die meisten Autobauer haben ihren Frieden mit Mansory gemacht. Einige Hersteller beziehen bei ihm inzwischen sogar Einzelteile. Porsche, Lamborghini und Audi kaufen seine Carbon-Fertigungen, Daimler und BMW Leder. Ein Mitarbeiter einer exklusiven Sportwagenschmiede sagt: „Der Mansory ist ein Guter. Auch wenn man über Geschmack natürlich streiten kann.“

Das würde Mansory nie tun. Auch wenn er den Geschmack seiner Kunden nicht immer teilt. In seinem Smartphone sind die Nummern von arabischen Königshäusern und Emiren zu finden, russischen Oligarchen oder britischen Milliardären.

Auch Poldi fährt Mansory

Und auch Fußballer wie Cristiano Ronaldo und Lukas Podolski fahren die Autos aus der Oberpfalz. Aber eigentlich will Mansory nicht über Namen sprechen. Das ist ein Tabu in der Branche. Und so sagt er auch nicht, in wessen Auftrag er gerade den Fonds eines Rolls-Royce vergoldet und mit den teuersten Häuten veredelt. 380 Einzelteile hat Mansory allein für die Innenausstattung anfertigen müssen. Nur so viel: Der Besitzer sei ein Russe.

Andere wiederum posieren stolz vor ihrem Mansory. Wie Poldi, der Fußballweltmeister, der einen Mansory Stallone sein Eigen nennt, einen modifizierten Ferrari F12 Berlinetta, mit noch mehr Leistung als das Original und veränderten Formen an Front und Heck. Oder der britische Milliardär James Stunt, ein Schwiegersohn von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone.