Stilfragen„In der Männermode zählt korrekter Stil“


Ralph Hürlemann Mitglied der Geschäftsführung und zuständig für den Einkauf des Menswear-Spezialisten Walbusch, gegründet 1934 mit Sitz in Solingen. Zum Unternehmen gehört seit 2007 auch das älteste noch aktive (Männermode-)Versandhaus Mey & Edlich.


Wie sieht für Sie moderne Businessmode aus?

„Absolute Bequemlichkeit“ und relaxte Natürlichkeit, frei nach dem Mott: Wer sich wohlfühlt sieht auch gut aus.

Was sind Dos and Don’ts im Büro – ganz gleich ob an der Rezeption, in der Buchhaltung oder auf der Vorstandsetage?

Dont’s: Ein ungepflegter Look, also beispielsweise abgewetzte Sneaker. Und allzu steife Anzüge, die an Uniformen erinnern.
Dos: Monochrome Looks, der so genannte „Broken Suit“ – also wenn Sakko und Hose farblich ganz bewusst nur fast zusammenpassen – und durch Accessoires wie Schuhe erzeugte Spannung im Outfit. Dazu eine ordentliche Dosis Lässigkeit durch eine entspannte Silhouette.

Was sind die wichtigsten neuen Trends der kommenden Saison für Businessmänner und -frauen?

Die Garderobe bleibt stilistisch korrekt, jedoch mit einer neuen Bequemlichkeit, etwa durch mehr Volumen im Beinverlauf und das andauernde Comeback der Bundfalte. Darüber hinaus ist Funktionalität in der Männermode ein wichtiger Faktor: Kunden wollen höchste Performance, die mit ihrem Alltag Schritt hält, sei es durch eingearbeitete Dehnzohnen im Schulterbereich, Dehnbundhosen oder wasserabweisende, knitterarme Stoffe. Und alles am besten noch nachhaltig produziert!

Welchen Klassiker sollte jeder Mann in seinem Kleiderschrank haben?

Da braucht es in meinen Augen ein komplettes Smart-Business-Setup, bestehend aus einem dunkelblauen und einem schwarzen Anzug, einem blauen Sakko mit Struktur und dazu passender mittelgrauer Tuchhose sowie eine beigefarbene Chino für den Freizeitlook. Ein weißes und ein blaues Hemd, passende Krawatten sowie Einstecktücher und mindestens ein Trenchcoat, ein Field Jacket oder eine Lederjacke sollten ebenfalls nicht fehlen.

Welches Modestück verdient Ihrer Meinung nach ein Revival?

Das Hemd, es muss allerdings neu erfunden werden.

Wer ist und bleibt für Sie ein modisches Vorbild, wer verdient Ihr Prädikat „Stilikone“?

Nick Wooster, der mit fast 60 nicht nur weiterhin ein gefragtes Model sondern als Berater für Häuser wie Barneys New York und andere Retailer und als Design-Berater für Modemarken absolut stilprägend ist.

Welche modische Anschaffung war Ihr bester Kauf?

Ein Trenchcoat von Burberry.

Jenseits des Dresscode: In welchem Outfit gehen Sie am Samstag zum Bäcker?

In Kapuzensweater und Jogginghose.

Ihre größte Stilsünde war …?

Ein auberginefarbener Spenzer, also ein kurzes eng anliegendes Jackett, zu einer grauen Bundfaltenhose …

Wo kaufen Sie Mode: in der Boutique, im Kaufhaus oder online?

In einer Boutique.

Kurz & knapp:

Krawatte oder Fliege?

Krawatte.

Trocken oder nass (Rasur)?

Nass.

Anzug: Doppel- oder Einreiher?

Einreiher.