Zeitfragen„Ich stelle mir die Uhr als ewiges Kunststück vor“

Ricardo Guadelupe ist seit 2012 CEO der Schweizer Uhrenmanufaktur Hublot. Hublot


Der gebürtige Schweizer mit spanischen Wurzeln studierte Business (u.a. an der University of Los Angeles) und begann seine Karriere als Produktmanager von Bulgari. Bei Blancpain lernte er später Jean-Claude Biver kennen, heute Uhrenchef des Luxuskonzerns LVMH, zu dem Hublot gehört. Dorthin holte Biver ihn im Jahr 2004, 2012 folgte Ricardo Guadelupe als CEO auf Biver, der in den Vorstand wechselte.


CAPITAL: Wofür würden Sie sich gerne mehr Zeit nehmen?

RICARDO GUADELUPE: Dafür, zuhause zu kochen und dabei einen guten Wein zu genießen.

Was bedeutet für Sie Entschleunigung?

Mehr Zeit allein für mich zu haben.

In der Hektik des Alltags vergisst man viel zu oft…

…sich die Momente des Nichtstuns zu gönnen.

Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten, in welches Jahr würden Sie reisen – und warum?

Definitiv ins Jahr 1492, genauer zum 12. Oktober, als Christoph Kolumbus vor der Bahamas-Insel Guanahani ankerte und damit Amerika entdeckte.

Wie sieht für Sie die Uhr der Zukunft im Jahr 2100 aus?

Ich stelle sie mir als ewiges Kunststück vor.

Wofür schlägt ihr Herz: Handaufzug, Automatik, Quartz, Digital oder Smart?

Ohne Frage: das mechanische Werk, gleich ob automatisch oder mit Aufzug.

Welchen Tag und/oder welche Uhrzeit werden Sie nie vergessen?

Der Tag, an dem mein Sohn geboren wurde.

Welche Komplikation, welches Feature würden Sie gern einmal in eine Uhr integriert sehen?

Das kann ich Ihnen beim besten Willen nicht verraten. Aber eine so lange Gangreserve wie irgend möglich ist ein Muss!

Ihr liebstes Buch mit Uhren-Bezug (egal ob Sachbuch oder Belletristik)

Der abenteuerliche Klassiker „Reise um die Erde in 80 Tagen“ von Jules Verne, der erstmals 1873 veröffentlicht wurde.

Ihr liebster Film, bei dem es um Zeit oder Uhren geht?

„Die Zeitmaschine“, basierend auf dem Roman von H.G. Wells, in der Verfilmung des US-Regisseurs George Pal (1960).

Die größte Herausforderung …

– … für einen Uhrmachermeister heute? Innovativ zu sein.

– … für die Uhrenbranche insgesamt? Sich neu zu erfinden.

– … in Ihrem derzeitigen Job? Kreativ zu bleiben.