ExklusivWinzer erwarten Spitzenjahrgang

Eitel Sonnenschein: Am Mittelrhein erwarten die Winzer einen Spitzenjahrgang
Eitel Sonnenschein: Am Mittelrhein erwarten die Winzer einen Spitzenjahrgang
© Evelyn Dragan

Die deutschen Winzer erwarten dieses Jahr einen Spitzenjahrgang. Wenn die Weinberge in den kommenden Wochen von extremen Wettersituationen verschont bleiben, beginnt die Lese bereits deutlich vor dem jährlichen Mittel. „Am Mittelrhein ist die Blüte Anfang Juni rund drei Wochen früher als gewöhnlich eingetreten“, sagte Cecilia Jost vom Prädikatsweingut Toni Jost in Bacharach Capital (Ausgabe 09/2017).100 Tage später, so die Faustformel, beginnt die Lese. „Wenn alles so bleibt, wird 2017 ein geiler Jahrgang“, sagte die 32-jährige Winzerin. Das Deutsche Weininstitut spricht von einem qualitativ sehr guten Jahrgang. Auch die Ernte dürfte ähnlich ertragreich ausfallen wie in den vergangenen Jahren mit rund 9 Mio. Hektolitern Weinmost. Allerdings etwas weniger 2016.

Damit hatte im Frühjahr niemand gerechnet. Spätfrost mit Temperaturen von bis zu minus sieben Grad hatte Ende April in allen 13 Weinbauregionen Deutschlands gewütet. Einige Winzer befürchteten Ausfälle von bis zu 95 Prozent. Der gesamte Jahrgang schien in Gefahr. In den Frostnächten hatten einige Winzer verzweifelt versucht, die Triebe zu retten, in dem sie hunderte Paraffinfackeln in ihren Weinbergen aufstellten oder Hubschrauber einsetzten, um warme Luft an den Boden zu verwirbeln. Die Schäden fielen so drastisch aus, weil eine Wärmeperiode zuvor den Wein hatte austreiben lassen und viele der jungen Triebe erfroren.

„Ein sehr, sehr guter Jahrgang“

Capital-Cover 09/2017
Die neue Capital erscheint am 24. August

„Ab Mai hatten wir dann einen hervorragenden Vegetationsverlauf“, sagte Kellermeister Odin Bauer vom Weingut Johannes von Gleichenstein am Kaiserstuhl. Die Natur hätte die meisten Schäden reguliert. Das Juliusspital in Würzburg hatte im Frühjahr bereits die halbe Ernte abgeschrieben. „Mittlerweile sind wir aber zuversichtlich, 80 Prozent der Menge des extrem guten Vorjahres ernten zu können“, sagte Weingutsleiter Horst Kolesch. Also knapp unter dem Durchschnitt. „Qualitativ wird das aber ein sehr, sehr guter Jahrgang.“

Gleiches erwartet auch Stephan Attmann vom Weingut von Winning in der Pfalz. Die Entwicklung der Trauben liege derzeit deutlich über dem langjährigen Mittel. „Wenn nichts mehr passiert, gehen wir von einer guten, aber nicht sehr großen Erntemenge aus“, sagte der Winzer aus Deidesheim.

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