Stilfragen„Weg vom Einheitslook“

Fotomontage eines Mannes, der zur einen Hälfte leger gekleidet ist und zur anderen mit einem Anzug
Casual oder formell: Moderne Businessmode ist lockerer und sportlicherGetty Images

Capital: Wie sieht für Sie moderne Businessmode aus?

Benjamin Heirich: Für mich ist Businessmode modern, wenn sie individuell ist. Je nachdem was der Anlass vorschreibt, heißt das auch Businessteile mit „Casual“-Elementen aufzubrechen. Und selbst wenn ein klassischer Anzug geboten ist, machen Accessoires das Outfit individuell – seien es besondere handgearbeitete Schuhe, eine Vintage-Uhr oder eben eine Brille, die die Persönlichkeit unterstreicht. Alles ist ein bisschen lockerer, sportlicher, man kann schon sagen „cool“

Was sind Dos and Don’ts im Büro – ganz gleich ob an der Rezeption, in der Buchhaltung oder auf der Vorstandsetage?

Ein absolutes Don’t sind für mich schlechtsitzende Kleidungsstücke, wie zum Beispiel ein zu großer Anzug. Wenn dieser zu weit geschnitten ist, sieht er aus wie ein Sack und lässt das „Darunter“ gar nicht mehr erkennen.

Was sind die wichtigsten neuen Trends der kommenden Saison für Businessmänner und -frauen?

Wie bei Businesskleidung für Frauen seit Jahren zu beobachten, geht es nun auch bei Männern immer stärker weg vom „Einheitslook“. Dazu tragen abgewandelte Schnitte und neue Farben, Technologien und Materialien bei. Oft braucht es nicht viel, um die Klassiker neu zu interpretieren. Auch bei Brillen versuchen wir im Design immer wieder neue Materialien einzubinden – wie zum Beispiel Carbon Fiber als Brillenbügel, was ursprünglich vor allem im Motorsport verwendet wurde.

Welche Klassiker sollte jeder Mann in seinem Kleiderschrank haben?

Sonnenbrille P8478
Sonnenbrille P8478

Ein absolut Zeitloses Accessoire ist die Porsche Design Sonnenbrille P‘8478. Sie ist inzwischen fast 40 Jahre alt und ein absolutes Must-have!

Welches Modestück verdient Ihrer Meinung nach ein Revival?

Der Klappzylinder, beziehungsweise Chapeau Claque.

„Ich bin ein Ästhet und schon die Präsentation im Laden gibt ein gewisses Feeling für die Mode.“

Benjamin Heirich

Wer ist und bleibt für Sie ein modisches Vorbild, wer verdient Ihr Prädikat „Stilikone“?

Die größte Stilikone ist für mich ganz klar Karl Lagerfeld. Er hat sich wie kein anderer in der Modewelt positioniert. Ich halte ihn für ein Genie, neben Chanel designt er seit mehr als 15 Jahren für Fendi und hat seit einigen Jahren sein eigenes Laben KARL. Das sind im Schnitt vier Kollektionen pro Jahr und Label. Er fotografiert seine eigenen Kampagnen und darüber hinaus regelmäßig für die Vogue. Ein absoluter Workaholic und bereits eine lebende Legende mit unverändert hohem ästhetischen Anspruch.

Welche modische Anschaffung war ihr bester Kauf/das langlebigste Geschenk?

Das war ein schwarzer Jil Sander Mantel – ein „All Time Classic“.

Jenseits des Dresscode: In welchem Outfit gehen Sie am Samstag zum Bäcker?

Am Wochenende bin ich meist ganz leger mit T-Shirt, Jeans und Sneakers unterwegs. Dazu natürlich die passende Sonnenbrille P`8644.

Ihre größte Stilsünde war …?

Oh je, das waren wohl Baggy-Pants. Ich habe sie auch stilecht in der Kniekehle getragen.

Wie kaufen Sie Mode: in der Boutique, im Kaufhaus oder online? Begründen Sie bitte Ihre Wahl.

Ich kaufe am liebsten in einer Boutique. Der Grund ist ganz einfach: Ich bin ein Ästhet und schon die Präsentation im Laden gibt ein gewisses Feeling für die Mode. Oft greift man so auch zu Stücken, die man so im Online-Store nicht gefunden hätte. Besonders schön ist es natürlich, wenn man den Kauf mit einer Erinnerung verbindet und die Qualität des Kleidungsstücks oder Accessoires es erlaubt, sich auch noch Jahre später daran zu erinnern.

Kurz & knapp: Krawatte oder Fliege?

Krawatte.

Rasur: trocken oder nass?

Trocken.

Anzug: Doppel- oder Einreiher?

Einreiher.

Kaschmirmantel oder Outdoor-Jacke?

Outdoor-Jacke.

Barfuß oder Lackschuh?

Barfuß.