KolumneWinterkorn und das Erfolgs-Aus bei VW

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Der Magen wird langsam voll – Pizzastück Nummer drei: die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter. Haben Sie das Gefühl, etwas Gutes geleistet und ein Produkt kreiert zu haben, das ankommt und auf Wertschätzung stößt, werden Sie stolz und zufrieden sein. Diese zufriedenen Mitarbeiter sind es, die in der Folge wiederum Lust haben werden, Zeit und Mühe in ihre Arbeit zu investieren und damit Ihr Unternehmen erfolgreich zu halten.

So, eins geht noch: ein Stück Zufriedenheitspizza für die Gesellschaft. Das klingt nun womöglich nach idealistischer Verklärung, aber tatsächlich können Sie mit Ihrem Unternehmen auch die Gesellschaft zufriedenstellen. Indem Sie Steuern zahlen, Gesetze und Vorschriften einhalten, in soziale Projekte investieren. Denn Korruption, Steuerhinterziehung oder die Verschandelung der Umwelt kratzen an der Zufriedenheit der Gesellschaft mit Ihrem Unternehmen und somit auch direkt an Ihrem Erfolg.

In Ordnung, genug Kuchen für heute. Gehen wir auf die Waage.

Pikante Details

So wie Sie eine unvollständige Pizza keinen Gästen mehr vorsetzen können, so kann Ihr Unternehmenserfolg nicht bestehen, wenn Sie einzelne der vier Stücke herausschneiden oder sie unterschiedlich stark gewichten. Alle vier Elemente müssen sich sorgfältig die Waage halten, denn sobald Sie auch nur eines der Elemente missachten, kann Ihr Unternehmen im 21. Jahrhundert nicht länger als erfolgreich gelten.

Das zeigt die Causa Winterkorn deutlich. Zwar erfüllt VW noch das Element der Profitabilität, aber wie ist es denn um die Zufriedenheit der Kunden bestellt, die ihren Diesel nicht länger als sparsames Heiligtum sehen? Und wie zufrieden kann die Gesellschaft noch sein, wenn seit Monaten ein pikantes Detail nach dem anderen über VW ans Licht kommt? Nicht umsonst wird Winterkorn in den USA derzeit mit Haftbefehl gesucht.

In Balance

Ein erfolgreiches Unternehmen, das erfolgreich arbeiten möchte, muss also immer alle vier Erfolgselemente erfüllen, wenn es langfristig in seiner Spitzenposition bleiben möchte. Zwar tauchen immer wieder neue Moden auf, die das eine oder das andere Element in den Vordergrund rücken und fokussieren möchten, aber letztlich entsteht Erfolg durch ein sorgfältiges Ausbalancieren aller vier Teile.

Krankt nur eines der Erfolgselemente, wird das vielleicht eine Weile gutgehen oder zumindest von außen nicht direkt ersichtlich sein. Aber auf lange Sicht, da bin ich überzeugt, kippt so schließlich der Erfolg des ganzen Unternehmens. Unzufriedene Mitarbeiter engagieren sich nicht mit vollem Elan für die Zufriedenheit ihrer Kunden. Unzufriedene Kunden bringen keinen Profit. Mangelnder Profit führt zu unzufriedenen Unternehmensinhabern.

Deshalb tut es mir für VW insgesamt auch viel mehr leid als für Martin Winterkorn persönlich: VW ist, was seinen Erfolg angeht, nicht erst seit den letzten Strafzahlungen auf dem absteigenden Ast. Der Konzern war auch vor der Dieselaffäre lange nicht mehr erfolgreich. Wirklich erfolgreich.