BenefitsWie Unternehmen ihre Mitarbeiter glücklich machen

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#3 Toms

Wie lassen sich unternehmerische Aktivitäten und soziales Engagement verbinden? Kann man seinen Mitarbeitern und Kunden sinnstiftende Arbeit und Konsum bieten? Als der Amerikaner Blake Mycoskie 2006 durch Südamerika reiste und sah, dass viele Kinder keine Schuhe trugen, kam ihm eine Idee. Er gründete Toms, ein Unternehmen, das mit jedem Paar verkaufter Schuhe wiederum ein Paar Schuhe an ein Kind in Not spendet. One for One nennt sich dieses Prinzip, bisher hat das Unternehmen so nach eigenen Angaben über 86 Millionen Schuhe gespendet.

Zudem verkauft Toms seit 2011 auch Brillen – und stellte bisher rund 600.000 Menschen für jeden Verkauf einer Brille verschreibungspflichtige Brillengläser, medizinische Behandlungen oder augenchirurgische Operationen bereit. Obwohl das One for One-Prinzip entwicklungspolitisch umstritten ist, zeugt es doch davon, dass sich das Verständnis von Unternehmensverantwortung wandelt: weg von blindem Wirtschaften hin zu mehr sozialer Verantwortung – ganz im Sinne der Hurstschen Sinnökonomie.

#4 Semco Partners

Semco Partners ist ein brasilianischer Konzern mit 3000 Angestellten, der in verschiedenen Branchen tätig ist, darunter im Dienstleistungssektor und im produzierenden Gewerbe. So weit, so gewöhnlich. Doch hinter der Fassade verbirgt sich eine bemerkenswerte Personalpolitik. Denn im Unternehmen des Mehrheitseigners Ricardo Semler wird radikale Demokratie gelebt – und das seit über 30 Jahren. Seitdem Semler 1982 das Unternehmen seines Vaters übernahm, gibt es keine Geschäftspläne mehr, keine Personalabteilung, keine Anwesenheitspflicht.

Getreu dem Motto „Behandle deine Mitarbeiter wie Erwachsene, dann verhalten sie sich auch so“ müssen die Mitarbeiter Urlaub weder beantragen, noch Rechenschaft über ihre Arbeitszeiten ablegen. Semler vertraut auf die Freiheit und Integrität des Einzelnen. So sollen die Mitarbeiter selber festlegen, welche Arbeit sie sinnvoll finden – und sich stärker damit identifizieren. Und die Demokratisierung geht noch weiter: Führungskräfte werden auf der Basis von Mitarbeiterbefragungen gewählt, die Gehälter bestimmen die Mitarbeiter entlang der Gewinne des Unternehmens selbst.

Was nach einem absoluten Managerschreck klingt, hat sich ausgezahlt: Zwischen 1982 und 2003 stieg der Umsatz des Unternehmens von 4 Millionen auf 212 Millionen US-Dollar. Semco Partners gehört mittlerweile zu den beliebtesten Arbeitgebern des Landes.


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