BewerbungWie Sie im Vorstellungsgespräch auftreten sollten

Symbolbild Vorstellungsgespräch
Symbolbild VorstellungsgesprächGetty Images

#1 Entspannt ankommen zum Vorstellungsgespräch

Fahren Sie früh los, selbst wenn Sie dann vor Ort noch eine Stunde lang im Café sitzen. Kein Einstieg ist unkomfortabler, als wenn Sie gehetzt ankommen und Ihre Gesprächspartner Sie im Vorstellungsgespräch direkt als gestresst wahrnehmen – und im schlimmsten Fall mit Schweißperlen auf der Stirn und roten Flecken im Gesicht. Viel besser ist ein ausgeschlafenes und entspanntes Lächeln. Aufregung ist immer im Spiel, aber bemühen Sie sich, sich auf das Gespräch vor allem zu freuen: Sie wurden eingeladen, weil es Interesse an Ihnen gibt und man Sie kennenlernen will.

#2 Gut aussehen

Dass Sie angemessen gekleidet sein sollten, ist wohl selbstverständlich. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Gesprächspartner Ihnen in Kostüm und Hosenanzug oder in Jeans und Bluse oder Hemd gegenübersitzen, schauen Sie auf der Homepage der Firma nach, ob es Fotos vom Team gibt. Oft lässt sich daraus gut schließen, ob die Chefs einen sportlichen Chic bevorzugen oder die Kleiderordnung eher konservativ ist. Tragen Sie keine Kleidungsstücke oder Accessoires, an denen Sie ständig herumzupfen müssen, damit alles sitzt. Das wirkt abgelenkt und unkonzentriert. Und nicht vergessen: Zum Outfit gehören auch Frisur und Fingernägel. Bei Make-up und Schmuck gilt für Frauen die alte Regel des weniger ist mehr.

#3 Perfekt auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten

Es klingt banal, doch Personaler können vermutlich ein Lied davon singen, wie oft Sie schon das Gegenteil erlebt haben. Darum nochmal zum Mitschreiben: Seien Sie im Vorstellungsgespräch nicht nur auf alle Basisfragen wie die zu Ihrer Motivation, Ihren Stärken und Schwächen sowie Details Ihres Werdegangs vorbereitet. Überlegen Sie sich auch, in welche Richtung Sie das Gespräch selbst lenken wollen, um am besten anzubringen, dass Sie und der Job ein Match sind. Formulieren Sie sich Textbausteine vor und erzählen Sie diese Freunden und Familie – oder dem Spiegel. Selbst wenn Sie später mehr als die Hälfte Ihrer vorbereiteten Sätze nicht anbringen konnten: Je besser Sie vorbereitet sind, desto selbstbewusster und souveräner treten Sie auf.

#4 Auf Körpersprache achten

Rechnen Sie damit, dass Unternehmen und Personalmanager Ihre Körpersprache intensiv scannen. Um sympathisch und authentisch zu wirken, begrüßen Sie Ihre Gesprächspartner mit festem Händedruck, schauen Sie Ihnen in die Augen, sitzen Sie locker, aber aufrecht. Klar sein sollte: Auf dem Stuhl rumrutschen ist tabu, breitbeinig sitzen sowieso, und auch verschränkte Arme vor der Brust kommen nicht gut an. Lächeln geht dagegen immer.

#5 Gut zuhören

Hören Sie Ihren Gesprächspartnern aufmerksam zu und seien Sie in Gedanken nicht die ganze Zeit bei dem, was Sie selbst noch unbedingt sagen wollen. Fragen, die quasi längst beantwortet wurden, können peinlich sein. Geben Sie sich generell lieber etwas zurückhaltend als zu forsch. Berichten Sie von dem, was Sie bei früheren Arbeitgebern erreicht haben, eher nüchtern und überlassen Sie die Bewertung Ihren Gesprächspartnern. Tragen Sie im Vorstellungsgespräch zu dick auf, wirken Sie schnell überheblich oder arrogant. Auch wenn Sie sich auf eine leitende Position bewerben: Der Chef sollte nicht das Gefühl haben, Sie fühlten sich klüger. Selbstbewusstsein an den Tag legen dürfen Sie hingegen beim Gehaltswunsch: Wer sich hier unter Wert verkauft, braucht später vielleicht Jahre, um seine eigentliche Vorstellung zu erreichen.

#6 Kurz, präzise und mit Beispielen antworten

Werden Sie nach bisherigen Erfahrungen und Kompetenzen gefragt, illustrieren Sie Ihre Antwort möglichst immer mit einem aktuellen Beispiel, also einer Tätigkeit oder einem Projekt. So gelingt es auch am einfachsten, in einen Dialog zu kommen, und zu vermeiden, dass aus dem Gespräch ein reines Abfragen wird. Beantworten Sie alle Fragen außerdem eher kurz und präzise und halten keine langen Monologe. Das kann nicht nur langweilen, sondern auch den Eindruck erwecken, Sie bräuchten so viele Worte, um zu überzeugen. Auch langsam sprechen wirkt kompetenter als durch die Sätze zu hecheln.

#7 Getränke annehmen

Auch wenn Sie eigentlich schon drei Tassen Kaffee und einen Liter Wasser getrunken haben: Wenn ein Getränk angeboten wird, sollte man immer Ja sagen – aber möglichst nicht nach einem Kaffee mit Hafermilch, die bitte auch schäumt, fragen. Zum einen bekommt man, wenn man viel redet und dazu nervös ist, schnell einen trockenen Mund. Zum anderen kann es bei schwierigen Fragen einen kurzen Moment Zeitgewinn bedeuten, wenn man zum Wasserglas greifen und einen Schluck nehmen kann.