KarriereWie Sie dem Chef Ihre Kündigung erklären können

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Symbolbild JobwechselTumisu auf Pixabay

Irgendwann kommt fast jeder an den Punkt, an dem er feststellt: Dieser Job ist es nicht mehr. Alles schon zig Mal erlebt und absolviert, das ehemals eingeschworene Team längst aufgelöst, und auf der Karriereleiter geht es auch nicht mehr weiter. Dem Chef zu sagen, dass es inzwischen oft langweilig und selten herausfordernd sei, die neuen Kollegen nervten, und Sie sich nur auf seinem Stuhl sehen könnten, ist offenkundig alles keine gute Idee.

Hier sind 5 Tipps, wie sich ein Jobwechsel gut erklären lässt:

# 1 Nach vorn statt zurückblicken

Stellen Sie bei Ihrem Kündigungsgespräch nicht in den Vordergrund, warum Sie gehen wollen. Betonen Sie stattdessen den Wunsch nach neuen Herausforderungen und Perspektiven. Formulieren Sie diese so, dass Ihr Noch-Arbeitgeber sie garantiert nicht erfüllen kann. So lässt sich gut erläutern, warum es für Sie keine Alternative zum Wechsel gibt.

# 2 Seine Gründe selbst kennen

Um seine Gründe für den beruflichen Neustart gut formulieren zu können, muss man sich natürlich über diese im Klaren sein. Finden Sie für sich selbst zunächst Antworten auf Fragen wie: Was habe ich in der Zeit im Unternehmen erreicht und was nicht? Gab es einen konkreten Auslöser für den Wunsch, zu gehen? Was würde ich an meinen aktuellen Aufgaben ändern wollen, was könnte mich doch noch halten?

# 3 Persönliche Gründe sind erlaubt

Persönliche Gründe zu nennen, gilt für viele meist als Tabu – nach dem Motto: Über Privates redet man mit dem Chef nicht. Diese Einschätzung ist aber häufig falsch. Wer einen einigermaßen guten Draht zu seinem Arbeitgeber hat, darf diesem ruhig sagen, dass es nach jahrelanger Fernbeziehung eher um einen anderen Wohnort als einen anderen Arbeitsplatz gehe. Oder dass die älter werdenden Eltern in der Heimatstadt Unterstützung bräuchten. Ihr Chef wird das vielleicht sehr viel besser nachvollziehen können, als Sie sich vorstellen, und Verständnis dafür aufbringen. Auch der Wunsch nach einer guten Work-Life-Balance ist gesellschaftlich inzwischen so verbreitet, dass niemand mehr Angst haben muss, als arbeitsscheues Faultier dazustehen, wenn er an dieser Stellschraube drehen will.

# 4 Kündigung im Vorstellungsgespräch erklären

Nicht nur beim Abgang, auch bei Bewerbungen ist die Frage „Warum wollen Sie wechseln?“ eine der beliebtesten. Auch hier gilt: Blick nach vorn, nicht zurück. Bei der Erläuterung des Weggangs also niemals negativ über den früheren Arbeitgeber sprechen. Sie sollten als jemand rüberkommen, der Ziele hat, nicht als ein Mensch auf der Flucht. Auch im Vorstellungsgespräch muss Persönliches derweil nicht völlig ausgeklammert werden. Wenn Sie sich von dem Job eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf versprechen, weil längere Dienstreisen ins Ausland wegfielen, dürfen Sie das sagen.

Allerdings sollten Sie nicht ausschließlich Ihre private Motivation anführen. Haben Sie tatsächlich keine anderen Gründe, bereiten Sie Formulierungen vor, die dies kaschieren. Etwa: „Das Arbeiten im Team hat mir zuletzt gefehlt. Ich würde mir erhoffen, bei Ihnen wieder enger mit Kollegen zusammenzuarbeiten.“ Oder wenn es passt auch: „Ich möchte seit Längerem in einem internationalen Umfeld tätig sein. Diese Chance sehe ich in Ihrem Unternehmen.“

# 5 In die Offensive gehen

Haben Sie einen Lebenslauf, in dem kaum eine Station länger als ein Jahr dauerte, und in dem Ihre Tätigkeiten in unterschiedlichsten Branchen nicht auf den ersten Blick logisch nachvollziehbar sind, ist das erstmal kein Vorzeigedokument. Trotzdem gibt es möglicherweise plausible Gründe für diesen bisherigen Werdegang. Bei möglichen Unklarheiten im Lebenslauf gehen Sie direkt zu Beginn des Gesprächs in die Offensive. Erklären Sie von sich aus, was dahintersteckt – beispielsweise, dass Sie in den vergangenen fünf Jahren immer nur befristete Stellen wie Krankheits- und Elternzeitvertretungen hatten, ein Betrieb Insolvenz anmelden musste, in einer anderen Firma Ihre Aufgaben an einen externen Dienstleister in Tschechien ausgelagert wurde. Betonen Sie, dass Ihrer aktuellen Bewerbung auch der Wunsch zugrunde liege, einen Job mit Perspektive anzutreten.

 


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