Arbeitsleben Wie man nach einem Burn-out die Rückkehr schafft

Symbolbild Burn-out
Symbolbild Burn-out
© IMAGO / Westend61
Nach einer psychischen Erkrankung fällt der Weg zurück in den Job besonders schwer. Eine Studie hat Faktoren identifiziert, die bei der betrieblichen Wiedereingliederung nach Burn-out oder Depression wichtig sind

Was ist nötig, damit nach einem Burn-out der Start in den Job erfolgreich und gesund verläuft? Dieser Frage ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in einer Studie nachgegangen . Dazu wurden den Angaben zufolge 32 Betroffene begleitet und befragt. Sie waren unter anderem wegen Burn-out, Depressionen oder Angststörungen behandelt worden. Der Bericht „Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt: Betriebliche Wiedereingliederung aus der Perspektive der Zurückkehrenden“ benennt diese Faktoren für eine nachhaltige Rückkehr.

#1 Selbstvertrauen nach Burn-out wiederherstellen

Selbstvertrauen ist schnell zerstört, aber braucht lange, um wiederaufgebaut zu werden. Dieser Fakt darf laut der Untersuchung bei der Rückkehr in den Beruf nicht unterschätzt werden. Betroffene haben während ihrer psychischen Krise das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten verloren. Sie wollten aber weiterhin „funktionieren“ und haben sich deshalb bis zur völligen Erschöpfung angetrieben.

Hier gilt es laut den Experten, ungesunde Verhaltensmuster zu durchbrechen. Das sei aber emotionale Schwerstarbeit. „Alle Interviewten beschreiben die erste Zeit der Rückkehr als eine sensible Phase. Das Vertrauen in sich selbst, die Vorgesetzten, das Team beziehungsweise die Situation am Arbeitsplatz muss sich neu entwickeln.“ Ihr Rat: „Eine gesundheitsförderliche Auseinandersetzung mit den eigenen, hohen Ansprüchen muss in der täglichen Arbeit gelingen, das heißt, eine Verhaltensänderung bezogen auf Routinen und Gewohnheiten muss nachhaltig verfolgt, Angst vor Versagen und Stigmatisierung überwunden werden.“

#2 Stufenweise Wiedereingliederung nach Burn-out

Die angestrebte Verhaltensänderung kann der Studie zufolge durch eine stufenweise Rückkehr in den Beruf erleichtert werden. Sie solle zudem therapeutisch begleitet werden. „Die Interviewten charakterisieren sie im positiven Fall als einen entschleunigten Gestaltungs- und Freiraum“, schreiben die Autoren. Die stufenweise Wiedereingliederung ermögliche eine Achtsamkeit gegenüber sich selbst und der Situation, die im Verlauf der Krise verloren gegangen sei. Hier gehe es darum, eine neue Tagesstruktur mit Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu etablieren.

#3 Unterstützung durch Chefs und Kollegen

„Betrieblich gesehen ist die soziale Unterstützung durch Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen aus der Sicht der Interviewten das Schlüsselerlebnis einer erfolgreichen und nachhaltigen Wiedereingliederung“, unterstreichen die Autoren. Wertschätzung und Anerkennung, aber auch Achtsamkeit, konstruktive Rückmeldungen und vor allem das Gefühl, wieder als vollwertiges Teammitglied wahrgenommen zu werden, sei für Betroffene existenziell.


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